Biofach 2019 – was gibt’s Neues?

Nürnberg. Von 13. bis 16. Februar 2019 traf sich die Grüne Welt in Nürnberg zur Biofach, Weltleitmesse der Biobranche. „Wege in eine enkelfreundliche Zukunft“ lautete das Motto und trifft damit den Nerv der Zeit: ob im „Hambacher Forst“, bei der Schülerbewegung „Fridays for Future“ oder bei dem Bayerischen Volksbegehren Artenvielfalt „Rettet die Bienen“ Die Jugend akzeptiert nicht mehr, dass ihre Zukunft auf den Horizont von Quartalsberichten reduziert wird, und geht auf die Strasse, auf die Bäume, auf die Strasse bzw. sobald wahlberechtigt auch ins Rathaus. Und manche entwickeln aus ihrer Sicht sinnvolle Produkte. Evolution beginnt im Alltag am Küchentisch!

+++ IM FOLGENDEN MESSEBERICHT WERDEN PRODUKTE VORGESTELLT , DIE ICH GANZ PERSÖNLICH GUT FINDE +++ „UNBEZAHLTE WERBUNG“ +++

NEU… Bienenwachs-Graspapier statt Frischhaltefolie!

Wachspapier ist die neue Frischhaltefolie: „Bee-Paper“:

Aus seinem „Jugend-forscht“-Projekt mit Wildbienen entwickelte 13-jährige Hannes Stengel (hier anwesend auf dem Handy) aus Regnitzlosau z.B. die Idee, die allgegenwärtige Haushalts-Frischhaltefolie durch „Wachspapier“ zu ersetzen. Denn, so seine Überlegung, wenn es das Wachs schafft, einen Bienenstock nahezu keimfrei zu halten, müsse dies doch auch bei Lebensmitteln funktionieren … It works!

gut für die Umwelt: Das Trägerpapier besteht aus „Graspapier“. Auch dieses Material ist brandneu. Graspapier wird umweltschonend ohne den Einsatz chemischer Zusatzstoffe und Wasser rein mechanisch aufbereitet. Die spart 97% (!) Energie und 99% Wasser im Vergleich zur Zellstoffproduktion aus Holz.

Praxis-TEST „sehr gut“: Ich habe 2 Blätter mitbekommen. Funktioniert so zuverlässig wie die hässliche Frischhaltefolie, die ich schon seit 15 Jahren bestreike. Fragen Sie im engagierten Bio-Fachhandel nach dieser Neuheit!

Neu… „Nomaden-Cracker“ aus Sardinien

Pane Carasau statt Cracker

Dem Nürnberger Experten für Italienische Feinkost „Il Nuraghe“ ist wieder einmal eine echte Entdeckung gelungen: Ein „Pane Carasau 2.0“: Papierdünne „Cracker-Brote“ – jetzt neu in der handlichen aus umweltfreundlicher Pappe. Früher dienten die hauchdünnen, wagenradgroßen Brote den den Sardischen Schafhirten als Proviant auf ihrer monatelangen Wanderschaft.

Genau das Richtige für moderne Nomaden, die sich zu allen möglichen Tages- und Nachtzeiten der Speisekammer nähern. In der Manufaktur von Davide Ferreli (zweiter von rechts) werden sie bis heute von Hand hergestellt. So leicht und knusprig – ich werde sie künftig zu Wildkräuter-Pestors und Wildkräuteraufstrichen verwenden. VORSICHT: Machen süchtig 🙂

Im Bild: Verkostung durch das fränkische „Bio-Trio“

NEU… „Der Wachsende Kalender“ aus Samenpapier

BEST NEW PRODUCT 2019
„DER WACHESENDE KALENDER“ aus Samenpapier.

Charme-Offensive der Nürnberger Studenten wird zum Publikumsfavoriten gewählt.

Durch einen Uni-internen Innovationswettbewerb zum Lockermachen für Geist und Seele lernten sich 1 Elektrotechnik-Studentin und 2 VWLer kennen. Gemeinsam entwickelten sie einen „Samenpapier Tischkalender“. Sobald der Monat abgelaufen ist, folgt punktgenau Aussaat-Termin: Kalendarium abreissen, einpflanzen, gießen und dann die Früchte der Saat genießen. 12 Blätter mit Pflanzenerklärung und Tipps bleiben als Logbuch zurück. 4 Varianten: Je nach Seltenheit der Samen zwischen 25 und 35 Euro.

TIPP: Verliebt auf den ersten Blick. Gibt es auch als Blühende-Grußkarte für 3 Euro – und die Freude zu teilen. Ich habe mir sofort einen Stapel bestellt im Online-Shop „der-wachsende-kalender.de

Einmalig … Die FLORASCENT Duft-Manufaktur aus Karlsruhe

Luxus, Bewusstseinserweiterung, Aromatherapie

Meiner Erfahrung nach gibt es 2 Sorten Düfte: Die kommerziellen „Trenddüfte“ aus dem Drogeriemarkt, meist synthetisch erzeugt und mit einer ausgeprägten (künstlichen) Basisnote zur Fixierung. Und die flüchtigen (und naturgemäß teuren) Duftkompositionen traditionell englischer Schule aus reinen ätherischen Ölen. Sie sind die luxuriöseste Form, direkt mit dem vegetative Nervensystem zu kommunizieren. Dem eigenen und dem der Anderen.

Die Jungs von Florascent sind wirklich etwas Besonderes: Das Wort Manufaktur nehmen sie wirklich ernst. Was bei ihnen in die Parfumflasche kommt ist nicht nur reinste Kunst am Duft – Sie haben jetzt auch historische Druckmaschinen gekauft um Flaschen und Verpackung selbst herzustellen. Also — eine Manufaktur in wahrsten Sinne des Wortes.

Praxis-TEST: Einmalig und unvergleichlich. Parfums, die nicht durch Marktanalysen, sondern frei assoziativ in der Fantasie entstehen: auf Reisen, durch einen Cocktail … Apothecary – eine „Bibliothek“ reiner ätherischer Düfte für eigene „Duftskizzen“, auf dem Kopfkissen, auf einer entspannenden Gesichtskompresse. Oder die Yoga-Linie „Chakrascent“, die gezielt die Chakren aktivieren. TIPP: Die „7 Synergien“, wie z.B. der „Headachemaster“.
Die Kräuterfachfrau und Phytotherapeutin ist begeistert!
FLORASCENT gibt es im engagierten Naturkosmetik-Fachhandel und im FLORANCENT-Online-Shop

#Bloggertreffen auf der Biofach

Das Bloggertreffen auf der Biofach hat eine 12jährige Tradition. Und so trafen sich 45 Blogger am Freitag 15,02.2019 um 9 Uhr auf Einladung der Messe Nürnberg zum gemeinsamen Bloggerfrühstück. Wie immer ein inspirierender Austausch, für den ich mich ganz herzlich bedanken möchte. Nach dem „ausgefallenen Bloggerfrühstück 2018“ fehlten leider nahezu alle Foodblogger, stark vertreten waren die Naturkosmetik-Bloggerinnen.

Dank an die Firmen für die rosigen kleinen Aufmerksamkeiten am Eingang: Fa. Sonnentor für das Rosengewürz „Alles Liebe“ und Fa. Moosmed für die Rosenseife.

Die Metropolregion Nürnberg war vertreten durch Bloggertreffen-Gründungsmitglied Herwig Danzer vom nachhaltigkeitsblog, Susanne Hausdorf www.ichlebejetzt.com vom Bloggerclub Franken, Messe-Fotograf Thomas Geiger und mich. traf auf dem anschließenden Bloggervortrag Jess Alabaster.
>> Bericht über das Bloggertreffen: „Bloggertreffen auf der Biofach 2019 in Nürnberg wieder normal“

„Heiterkeit entlastet das Herz“

Herbalista Gabriele Leonie Bräutigam & Johannes Gutmann, Gründer von Sonntor

Die Sonne in die Messehallen brachte wir immer Sonnentor. Ich kenne den Hannes durch sein (für mich ganz persönlich) wegweisendes Interview in meinem Brennnessel-Buch und schätze ihn vor Herzen! In seiner Seele ist er eine Brennnessel:
So gut für die Welt – (durch Gemeinwohl-Ökonomie) – so vielseitig – (er hat die Welt der Kräuter und Gewürze durch Herzlichkeit revolutioniert – so zäh – (seine Biographie ist lesenswert) – so gesund…
und auf keinen Menschen trifft das berühmte Hippokrates-Zitat „Heiterkeit entlastet das Herz“ so zu, wie auf Johannes Gutmann!

Sehr schöne neue „Erfindungen“ von Sonnentor sind die Ideen-Boxen „Wake me up“ „Before you go-go“ mit Gewürzmischungen, Tees und Rezepten gegen Langeweile am Frühstückstisch und in der Lunch-Box.

Orangen-Eis „Schneeball-Granita“

Ob Bayern oder Köln – wir sind eingeschneit! Und Schnee ist nicht nur die Basis jeder Schneeballschlacht, sondern auch für dieses Kinderglück-Rezept aus Süditalien: Granita aus Schnee.

Harbalista. Orangen Granita – Eis aus Schneeball und Orange

Rezept „Die Schneeball-Granitá“
Mengenangaben für 2 Personen. Für 2 Gläser à 0,1 l.

Zutaten:

    • 1 Landschaft mit sauberer Luft
    • 1 Schneeball aus frisch gefallenem Neuschnee
  • 1 frisch geerntete, vollreife Bio-Orange

Zubereitung „Schneeball-Granita“:

    1. Orange mit Zeste gob in Stücke schneiden und pürieren
      (Hochleistungsmixer: Vitamix Stufe 3)
    1. Schneelball formen – auf niedrigster Stufe in den Mixer zum Orangenmus geben   und ganz kurz einrühren
  1. – fertig ist die Granita 🙂

Das Rezept ist kinderleicht und dauert nur ca. 20 Sekunden. Nun in die Gläser geben – und draußen im Schnee genießen. 

Ungespritzte OrangenWarum Orangen „Alte Sorten“?

Die Schalen der Orangen besonders dünn, darum wenig bitter – das Bittere steckt im Weißen der Schale. Genau deshalb sind Sie aber nicht lange lagerbar und folglich aus dem Handel verschwunden. Doch der Geschmack – unvergleichlich. Weiterlesen

Wieviel Frost brauchen Schlehen?

Frage: „Wieviel Frost brauchen Schlehen, um für die kulinarische Weiterverarbeitung genießbar zu sein? Und kann das Frosten auch im TK-Fach stattfinden?“ (Christof aus Köln, Dezember 2018)

Diese Frage, wie ob und wieviel  Frost die Schlehe (Prunus spinosa) braucht, bevor sie kulinarisch verwertbar ist, beschäftigt die Cottage-Küche schon lange.

FAKT: Frost = Weniger Gerbstoffe + mehr süße Fructose

In folgender Studie* Weiterlesen

Orangen-Eistee im ersten Schnee

Draußen fällt der Schnee, drinnen machen wir Eistee. Natürlich wieder aus den ungespritzten, handgepflückten Saftorangen Alter Sorten aus Kalamata.

Sie schmecken blumig-fruchtig – und wer die Chance hat, irgendwoher selbstgepflückte Zitronen oder Orangen zu bekommen, der sollte sie sich organisieren!

Einfach kein Vergleich zu der heutigen Lebensmittelqualität!!

Rezept: Orange-Eistee mit Rosmarin

(Menge: 5 Liter. Zubereitungszeit: 10 min. Ruhezeit: 6-8 Stunden) Weiterlesen

Orangen-Marmelade: „George’s Genuine English Marmelade“

Original bittersüße englische Orangenmarmelade hat so viel Tradition & Heimatgeschmack, dass jede Familie in England ihr eigenes Rezept besitzt: Dieses stammt von George Penrose aus Louth. Man stellt sie im Dezember und Januar aus frisch geernteten BIO-Orangen her.

Rezept: George’s Genuine Orange Marmelade

Zutaten:

1 kg BIO-Orangen „Bitter Oranges“
2 kg Zucker*
2 BIO-Zitronen
4 Pints Wasser (1 Pint = 0,5683 Liter) Weiterlesen

Kräuterwanderung mit Kochkurs

Wildkräuter strotzen vor Vitaminen, Mineralien und natürlichen Antioxidanzien. Nur – wer kennt sie noch? Wildkräuter bestimmen – Wildkräuter sammeln – Wildkäuter verarbeiten: auf der Kräuterwanderung mit Kochkurs sehen Sie worauf es ankommt …
Wildkrauterfuehrung Unter der Führung der staatl. zertifizierten Kräuterführerin und Wildkräuter-Autorin Gabriele Leonie Bräutigam entdecken wir die Wildkräuter im Wechsel der Jahreszeiten und kochen daraus ein Menu, Weiterlesen

Indisches Springkraut – Balsampflanze & Bienenweide

Indisches Springkraut – Zierpflanze, Mirgant, Bienenweide

Ab Juli steht das Drüsige (Indische) Springkraut (Impatiens glandulifera) in voller Blüte. Ein Migrant, ein Neohyt schimpfen die einen – ein Segen für die Bienen, eine interessante Abwechslung auf dem Teller sagen die anderen. Die Augustblüte fällt Weiterlesen

„Mariä Himmelfahrt“ … oder: Wie Brauchtum die Vorratshaltung regelt!

August. An Mariä Himmelfahrt feiern wir das große Finale der Erntezeit der Heilkräuter für Tees, Absude und Räucherwerk der „Grünen Hausapotheke“.

Die heimischen Heilkräuter haben durch den hohen Sonnenstand ihren Höchstgehalt an Wirkstoffen erreicht. Mariä Himmelfahrt ist ein katholisches „Hochfest“, vergleichbar mit Weihnachten, Ostern und Pfingsten und in katholischen Gegenden bis heute ein Feiertag.

Die Frauen sammeln rituell einen „Kräuterbuschen“, welcher feierlich in der Kirche gesegnet und dann in den „Herrgottswinkel“ der Stube oder mancherorts auch zum Schutz an die Tür gehängt. In unserem katholisch-evangelischen Mischgebiet der Simultankirchen wurden sie durchaus auch verbraucht, z.B. für (schützendes) Räucherwerk. So berichtet zumindest eine Nachbarin.

Magie der Zahlen im Kräuterbuschen: 3, 7, 12 oder 77

Wie viele Heilkräuter, Getreideähren Weiterlesen

Schlehe | Haferschlehe (Prunus domestica subsp. insititia)

Die HAFERSCHLEHE  (Prunus domestica ssp. insititia). Man kann sie direkt vom Baum essen um im Spätsommer nach all der Hitzewellen mit entsprechender UV-Belastung den erhöhten Bedarf an Antioxidanzien zum Zellschutz mit Polyphenolen zu stillen.

Die adstringierenden, roten Farbstoffe sind in der milden Haferschlehe zwar nicht so überreich vorhanden wir in der Wildform der Schlehe (prunus spinosa), dafür schmeckt sie auch bei weitem nicht so adstringierend und kann just-in-time zur Zeit hoher Sonnenbelastung roh verzeht werden. Was auch einen maximalen  Vitamin C-Gehalt zulässt.

Die Haferschlehen-Früchte schmecken wesentlich milder als die der Wildform, fast pflaumenartig. Sie haben einen Durchmesser von 1,5 bis 2 cm, sind bereits von August zur Erntezeit des Hafers (daher der Name Haferschlehe oder Haferpflaume) erntereif. Zur Verarbeitung

Inhaltsstoffe:

Flavonoide (Polyphenole), Vitamin C, Gerb- und Bitterstoffe, Blausäure (nur im Kern)

Eigenschaften:

  • adstingierend (Schlehenfrucht)
  • entzündungshemmend (Schlehenfrucht)
  • harntreibend (Schlehenblüte)
  • mild abführend (Schlehenblüte)
  • wärmend

Für naturmedizinische Zwecke ist aufgrund der höheren Dosierung die wilde Schlehe zu empfehlen. Zur allgemeinen allgemeinen Kräftigung der Immunabwehr in Zeiten der Rekonvaleszenz, bei Kindern, allgemein zum Zellschutz.

STANDORT: Die „domestizierte“ Schlehe ist eine Besonderheit klassischer Streuobstregionen wie der fränkischen Schweiz, aber auch in Schleswig Holstein und wurde bevorzugt am Rand alter Obstgärten gepflanzt.

SAMMELN: Die Haferschlehe reift zur Erntezeit des Hafers ab Mitte August, bleiben aber lange ohne Qualitätseinbuße am Holz hängen. Sie blüht Mitte Mai, auch die Blüten sind essbar.

VERWENDUNG: Die Haferschlehen-Blüten in Tee (leichtes Laxans) oder als Likör. Aufgrund ihrer Fruchtigkeit eignen sich meines Erachtens Haferschlehenfrüchte – außer zum roh essen – vor allem besonders gut zur Herstellung von Schlehenmus, das man dann auch sehr gut in Wildfrüchtekuchen verarbeiten kann. Dafür sind mir persönlich die Wilden Schlehen dann doch etwas zu adstringierend im Mund.