Hagebutten-Marmelade – Vitamin C-Power fermentiert

HAGEBUTTEN sind unsere vitaminsreichsten Wildfrüchte. Nur 4-5 !  Hagebutten decken im Smoothie deinen Tagesbedarf an Vitamin C,

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sie sind reich an Antioxidanzien, gut für Immunabwehr und zum Zellschutz. Die Kernchen kann man mitmixen, die sind gesund! Auf jeden Fall sollten Sie zusätzlich als Wintervorrat ein paar Gläser Hagebuttenmarmelade (fränkisch: Hiffenmark) kochen. Denn es ist ein populärer Irrtum, dass das Vitamin C durch das Kochen zerstört wird. Ein Großteil bleibt erhalten, da Ascorbinsäurekistalle bei 190 -192° C schmelzen und sich zersetzen.

REZEPT-TIPP:  Hagebutten-Aufstrich aus dem Elsass

Im Elsass habe ich in einem handgeschriebenen historischen Kochbuch ein Rezept entdeckt, das sich mit Wein oder frisch gepresstem Streuobst-Apfelsaft fabelhaft umsetzen lässt. Darin fermentieren die Hagebutten etwa eine Woche – Probiotik pur und auf wundersame Weise gewinnt der Geschmack an Volumen. Das Rezept  braucht viel Ruhe- und wenig Arbeitszeit. Denn – die „Kernchen“ muss man nicht wie Oma mühsam mit der Hand ausschaben. Hiffenmark – Hagenbuttenmarmelade für Faule

Zutaten:

• 1 kg Hagebutten
• ca. 0,75 l Silvaner oder BIO-Apfelsaft
• ca. 1 kg Zucker
• 4-7 Tage Ruhezeit

Zubereitung:

  • Pflücke die Hagebutten. Die weichen kann man auch ernten, sie schmecken noch süßer.
  • Waschen, Stängelansatz und Blütenrest abschneiden. 2-3 x einstechen (Zahnstocher, Rouladenspieß …).
    • In eine Schüssel geben, knapp mit Wein bedecken.
  • Schüssel mit einem sauberen Tuch abdeckt (auch Fliegen mögen Wein). bei Zimmertemperatur ziehen lassen.
  • Je wärmer die Schüssel steht, desto schneller fermentieren die Hagebutten. Je langsamer sie fermentieren, desto facettenreicher das Aroma. Sie werden weicher und etwas dunkler.
  • Nach 4-7 Tagen in einen Topf geben, kurz weich köcheln und durch eine „Flotte Lotte“ (Passiersieb) treiben.
  •  Abwiegen, ca. 50% des Gewichts an Zucker zusetzen, rühren, nochmals kurz erhitzen – heiß in sterilisierte Gläser abfüllen. Hagebutten enthalten extrem viel Pektin, deshalb braucht man keinen Gelierzucker.

ÜBRIGENS: Der Vitamin C-Anteil ist so groß, dass auch nach dem Kochen noch ein hoher Anteil enthalten ist. Auch die weichen Hagebutten im November kann man sehr gut verwenden – sie enthalten noch mehr Energie. Guten Appetit!

Einladung zum „WildWalk“: 19. Mai 2015

kraeuterwanderung_Oedmuehle_herbalista_Foto_Knut Pflaumer

Heute: Die Brennnessel. Unsere Energiepflanze Nr. 1. – gesund, lecker, und im Moment im perfekten Erntestadium. Sie erfahren alles Wissenswerte über die Inhaltsstoffe der Brennessel für Gesundheit und Ernährung, bekommen zahlreiche Rezepttipps und lernen wie man sie pflückt ohne sich allzusehr zu verbrennen 😉
Und weil wahre Schönheit von innen kommt, sammeln wir einen Schönheits-Tee.

Mitbringen: Feste Schuhe, Sammelkörbchen oder Beutebeutel
Wann? Dienstag, 19. Mai 2015, 18 Uhr bis 19 Uhr
Wo? Treffpunkt Oedmühle
Unkostenbeitrag: 7,- Euro

PS: Pfingstmontag Mühlenfest in der Oedmühle: Mühlenführungen, Speis & Trank, der SCHERENSCHLEIFER kommt: Messer, Scheren, Sensen Gartenscheren mitbringen, er schleift sie gleich vor Ort in handwerklicher Qualität!

Gundermann (Glechoma hederacea)

Gundermann - Glechoma hederacea - Herbalista„Detox“ heißt heute die Zauberformel für alle, die gesund und fit bleiben möchten. Die Idee ist einfach: durch Umweltbelastungen jeglicher Art nehmen wir Schadstoffe aller Art auf. Diese beschleunigen die Zellalterung. Wenn man also das ganze durch einen Tee oder Smoothie schnell wieder los werden könnte … wäre das eine feine Sache. Da hilft der GUNDERMANN (Glechoma hederacea). In fast allen Gärten, an Waldrändern und in Wiesen kriecht er durchs Gras, gern auch unter Büschen. Sein Geschmack ist wild-würzig bis herb-aromatisch. Verwendung in der Heilkunde

Verwendung in der Heilkunde

Seit der Zeit der Kelten wird der Gundermann zum „Entgiften, Ausleiten & Regenerieren“ eingesetzt.

Inhaltsstoffe:

  • Gerbstoffe
  • Bitterstoffe (Glechomin)
  • ätherisches Öl
  • Saponine
  • Vitamin C

Der Gundermann fördert die akute Bindung von giftigen Körpersekreten und Schwermetallen, sodass diese schnell ausgeschwemmt werden können. Früher tranken z.B. Maler Gundermanntee, um Vergiftungen durch bleihaltige Farben vorzubeugen. Und da haben wir den Grund, warum der Gundermann keine Medizinalpflanze (im Sinne der Kommission E) sein kann: er ist dafür da, dass wir NICHT krank werden. Also eine „Gesundbleibepflanze“. Vor allem dazu da, das Störende adhoc auszuleiten und gar nicht erst krank zu werden.

Anwendung:

  • Heuschnupfen
  • Magenschleimhautentzündungen
  • chronischer Bronchitis
  • chronischem Schnupfen

Die bekannte Phytotherapeutin Ursel Bühring empfiehlt den Gundermann aufgrund seines hohen Gerbstoffgehalts zum aktuten Binden von Schwermetallen (z.B. Quecksilber beim Entfernen von Amalgam-Plomben, gleich Gundermanntee zum Ausspülen verwenden und an diesem und dem folgenden Tag mehrere Tassen Gundermann-Tee trinken) und berichtet über eine lange Tradition zur Vorbeugung von Bleivergiftungen bei Büchsenmachern (Bleikugeln) und Malern (Bleiweiß). Diese tranken gern Gundermanntee als Präventionsmaßnahme. Diesem Gedanken folgend würde ich die Verwendung von 4-5 Blättchen in Tee oder Smoothie vor allem denjenigen Altbaubewohnern (Baujahr bis ca. 1930) empfehlen, die nicht sicher sind, ob ihr Wasser noch durch Bleirohre fließt.

Was die wenigsten wissen: auch Pestizide werden durch Gerbstoffe gebunden (das ist wiederum für alle interessant, die auf dem Land wohnen wo Felder in konventioneller Landwirtschaft bestellt werden).

Lecker in der Küche

Gundermann schmeckt ausgeprägt herb-aromatisch. Ideal für Kräutersalze, Pestos, Würzöle, Kräuteraufstriche, Quiches, zum Würzen herzhafter Speisen und Grillgerichte und in Kräuterlikören. Besonders delikat als Dessert, mit Schokolade überzogen.

Früher wurde der Gundermann auch Gartenhopfen, engl. „Ale-hoof“ genannt, was ihn als wichtige Zutat für das Bierbrauen (speziell das englische „Ale“) ausweist.

Pflanzen Sie sich das wohlschmeckende und nützliche Pflänzchen am besten einfach in einen Balkonkasten, dort bildet er dekorative Ranken.

Taubnessel

Taubnessel

TAUBNESSELN (Lamium) sind eine wilde Entdeckung … Goldnessel, Gefleckte Taubnessel und Weiße Taubnessel. Kinder saugen am liebsten den honigsüßen Nektar aus den Blüten. Absolut überraschend aber schmeckt das Blattgrün: die Goldnessel blumig-aromatisch, die Gefleckte (rote) Taubnessel waldig mit Champignonnote, die Weiße Taubnessel nesselig-süß. Welche euch am besten schmeckt, das müsst ihr selbst herausfinden – hier gehen die Geschmäcker auseinander. Taubnesseln eignen sich hervorragend um Grüne Smoothies, Limonaden oder Drinks zu aromatisieren, schmecken köstlich in gehackten Kräutern über Suppen und Gemüse, in Salaten oder Kräutersaucen.

Die Taubnessel ist eine „Gute-Laune-Pflanze“. „Wer sie genießt, lacht gern, denn ihre Wärme, die auf die Milz einwirkt, erheitert das Herz“, schreibt schon Hildegard von Bingen. Auch in Schweden sagt man der Taubnessel traditionell eine gemütsaufhellende Wirkung nach. Taubnesseln enthalten Ätherisches Öl, Bitterstoffe, Gerbstoffe – ideal also, um das Immunsystem in Schwung zu bringen.

Die Taubnessel wird traditionell eingesetzt zur Behandlung von

  • Hautkrankheiten
  • Entzündungen der Mundschleimhaut

Die Weiße Taubnessel (Blüte) ist von der Kommission E als Arzneipflanze anerkannt.

Wenn ihr die Taubnessel erst einmal für euch entdeckt habt, werdet ihr feststellen, dass sie von März bis November unermüdlich blüht. Im vergangenen Winter hat meine Taubnessel sogar „durchgemacht“, bis auf 3 Wochen im Januar. Mehr Pflanzen-Information in „Wilde Grüne Smoothies“. Auch Pflücken macht Freude: Die Taubnessel brennt nicht …

Löwenzahn

 

Mach' es wie die Hummel ...  Den honigsüßen Nektar enthält die Blüte, solange man die Staubgefässe sieht ...

Mach‘ es wie die Hummel … Den honigsüßen Nektar enthält die Blüte, solange man die Staubgefässe sieht …

Löwenzahn (Taraxacum officinale) ist die No.1 der Kräuter, um im Frühling schnell in Form zu kommen. Löwenzahn enthält 5-mal so viel Eiweiß, 8-mal so viel Vitamin C und doppelt so viel Kalium (bis zu 4,5 Prozent), Magnesium und Phosphor wie Kopfsalat.

Seine sanften Bitterstoffe (Amara) können den Stoffwechsel aktivieren, beseitigen Völlegefühl, verbessern die Nährstoffaufnahme des Körpers und die Muskelspannung. In Italien und Frankreich gilt Löwenzahnsalat als Delikatesse und wird als Gemüse oder Gemüsesalat verarbeitet. In England werden aus den Blüten Löwenzahnwein, -sirup und -honig hergestellt. Wer also einen Ausgleich zum üppigen Osterfrühstück sucht, dem empfehle ich für die Osterwoche Löwenzahn-Smoothies. Als Kur sollte man den Löwenzahn höchstens 3 bis 5 Wochen anwenden. Der Körper gewöhnt sich sonst an die Bitterstoffe und wird desensibilisiert.

Im Moment steht der Löwenzahn in voller Blüte. Für Wilde Grüne Smoothies verwenden wir die jungen Blätter und die honigsüße Blüte (Blütenkopf mit den Fingern abzwicken). An dieser Stelle möchte ich gleich mit einem populären Irrtum aufräumen: die „Milch“ im Löwenzahnstängel ist nicht „giftig“. Vermutlich liegt die Wurzel dieser Anweisung, die wir alle kennen, in dem Drang besorgter Mütter, ihre Kinder davon abzuhalten, sich die Kleidung mit ewigen Flecken zu entwerten …

Löwenzahn wirkt aktivierend auf

  • Galle
  • Nieren
  • Leber
  • den Stoffwechsel

weshalb er speziell zum „Body-Shaping“ empfohlen wird.

Die Blätter des Löwenzahns sind von der Kommission E als Arzneipflanze anerkannt.

Wenn ihr jetzt im Frühjahr schnell fit werden wollt, empfehle ich euch täglich eine Hand voll Löwenzahn. Als Suppengrün, im Salat, im Wilden Grünen Smoothie. Guten Appetit!