„Brennnessel in der Apotheke“ (Interview)

Die Wurzeln der Pharmazie liegen in der Traditionellen Europäischen Medizin (TEM), der „Heilkunde unseres Biotops“. Bei der Recherche für mein aktuelles Buch über die Brennnessel führte ich das Experten-Interview mit Margit Schlenk, Fachaporthekerin für Phytotherapie und habe viele wichtige Tipps und Hintergrundinformationen bekommen … dabei etliches Praxiswissen, das man so in den üblichen Artikeln nicht findet.

Frage: Frau Schlenk, die Brennnessel ist die wichtigste Heilpflanze der Volksmedizin. Wo liegen die Stärken der Brennnessel aus Sicht des Pharmazeuten?
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NEU: „Brennnessel“ – das Buch

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Am Montag 14.11. erscheint das große Buch zu unserem wertvollsten heimischen Blattgemüse: die „Brennnessel“.
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100 vegetarische /vegane Rezepte & Anwendungen für die Verwendung von Brennnesselblättern, Brennnesselsamen, Brennnesselpollen, Brennnesselwurzeln in Küche & Heilkunde:

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Auslieferung ab 14. November 2016
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Wer die Natur liebt und sein Leben nicht allein den Segnungen der Supermarktketten und der Pharmaindustrie anvertrauen möchte, wird an diesem Buch viel Spaß haben: Die Brennnessel ist unsere wichtigste heimische Ernährungs- und Heilpflanze. Wie konnte das nur so in Vergessenheit geraten?

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Die Inhaltsstoffe – eine Liste der Superlative. Die Heilwirkungen – ebenso sanft wie anerkannt. Sie ist unsere wohlschmeckendste Wildpflanze: herzhaft, nuancenreich, Weinliebhaber würden jetzt vom „Terroire“ schwärmen. Die Brennnessel ist die Königin der Wildkräuterküche: roh, gekocht, frittiert, von März bis November, kommt fast weltweit vor. Gut – sie weiss sich zu verteidigen… aber wer möchte ihr das verdenken,,,

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Kräuterwanderung „Wilde Grüne Smoothies“

Grüne_Smoothies-WorkshopWildkräuter sind unsere heimischen „Superfoods“: Sie überbieten Salat & Gemüse um das bis zu 23fache an Vitaminen, Enzymen und Antioxidantien . Im Grüne-Smoothie-Workshop mit Kräuterwanderung erfahren welche Wildkräuter für Wilde Grüne Smoothies besonders geeignet sind und wie man erfolgreich sammelt. Leiterin: Gabriele Leonie Bräutigam (Autorin „Wilde Grüne Smoothies“).


Termin:
21. Mai 2017: Kräuterwanderung „Wilde Grüne Smoothies“ – jetzt buchen

Mixerinfo: Im direkten Vergleich kommen zum Einsatz Vitamix TNC 5200, Bianco puro, Bianco primo.

Anmeldung erforderlich. Auch als Geschenk-Gutschein. Bitte mitbringen: Feste Schuhe zum Wechseln, Stift, Sammelkörbchen. Treffpunkt Oedmühle, Start Kräuterwanderung 10 Uhr, der Workshop endet gegen 14:30. Kursgebühr: 49,- Euro + Materialgeld 9,- Euro. Buchung per e-mail: leonie(at)herbalista.eu Tel: 09154 – 9156964

Veranstaltungsort: Oedmühle, Am Weinberg 2, 91249 Weigendorf-Oed. Auf der Frankenalb bei Nürnberg

Die schönsten Sommer-Blüten-Toppings

Der wertvollste „Inhaltsstoff“ aller Sommer-Wildkräuter-Rezepte? Endorphine …

Sommerblueten-WildkraeuterHeute für euch eine Auswahl Wildblüten zum Dekorieren von Smoothies, Wildkräuter-Salaten, Deserts, dem Pausenbrot. Essbare Wildblüten von links nach rechts im Uhrzeigersinn: Klatschmohn, Gierschblüte, Wiesen-Pipau, Ringelblume, Rainkohl, Klatschmohn, Rotklee, Heckenrose, Natternkopf, Wiesen-Storchenschnabel, Ruprechtskraut (völlig zu Unrecht als „Stinkender Storchenschnabel“ bezeichnet) – ein lieblich duftendes Geranium, Beinwell.

Link-TIPP Pflanzen-Bestimmungsbuch: Fleischhauer, Steffen Guido u.a.: Essbare Wildpflanzen. 200 Arten bestimmen und verwenden. AT Verlag, 2013.
Handliches Taschenbuch, nur 17,90

Spitzwegerich (Plantago lancelota)

Ob Husten oder Bienenstich – unter den Wildkräutern gibt es ein „Allheilmittel“: den Spitzwegerich. Und seine beiden „Brüder“: den Breitwegerich und den Mittleren Wegerich.

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Der SPITZWEGERICH (Plantago lancelota) wächst bei uns an jedem Wegesrand, auf fast jedem Rasen (ungeliebt) und auf nahezu jeder Wiese. Dass die Wildpflanze eine unserer wertvollsten Heilpflanzen ist, wissen noch viel zu wenige. Er schmeckt angenehm mild, Weiterlesen

Grüner Smoothie mit Baumblüten

Baumblüten-Smoothie

Energie für den Neubeginn

Alle Blüten der „prunus-Familie“ – Weißdorn, Schlehe, Traubenkirsche, Zwetschge – kann man essen. Eurem Grünen Smoothie verleihen sie ein raffiniertes Bittermandelaroma – ähnlich wie Amaretti. Ein „Wildkräuter-Smoothie“ zum Verlieben.

Zutaten Grüner Smoothie:

  • 1 kleine Handvoll Baumblüten
  • 1 Handvoll junge Birken-, Buchen- oder Lindenblätter oder grünen Salat
  • 1 Banane
  • 1 Bio-Apfel
  • ½ Bio-Zitrone
  • 0,1 l Wasser
  • 1 Handvoll Eiswürfel

vegan – glutenfrei – laktosefrei

Zubereitung Wildkräuter-Smoothie mit Baumblättern

Den Salat und die Blätter waschen – Blüten nicht waschen. Banane und Zitrone schälen, den Apfel nicht. Früchte in grobe Stücke schneiden. Obst und Alles mit dem Wasser in dem Mixer geben, Eiswürfel oben drauf – mixen… genießen!

Link-Empfehlung Buch-Tipps:
-> Alles über Grüne Smoothies mit Wildkräutern: „Wilde Grüne Smoothies“ (Hans Nietsch-Verlag, 5. Auflage)
-> Superfoods von der Wiese: „Wilde Grüne Küche“ (Hans Nietsch-Verlag, 2. Auflage)

Kann ich das essen?

Sicher hast du ein paar Fragen zu Wildkräutern und Wildkräuter-Smoothies, bevor du startest. Wildkräuter Sammeln – Wildkräuter bestimmen – Wildkräuter aufbewahren – Verwechslungsgefahr mit giftigen Doppelgängern – Fuchsbandwurm ? In diesem Kapitel erfährst du alles über den sicheren und sinnvollen Umgang mit Wildkräutern. Solltest du danach noch Fragen haben, schreib mir bitte.

Wildkräuter-Wissen auf einen Blick

Spitzwegerich-SmoothieDie 10 goldenen Regeln zum Sammeln von Wildkräutern und Herstellen Wilder Grüner Smoothies: Ernten – Verarbeiten – Genießen. Und warum man sich vor dem Fuchsbandwurm nicht fürchten muss. 

1.     Wildkräuter BESTIMMEN

Ernte nur Wildkräuter, die du kennst. Als sicher gilt die Bestimmung über 3 Merkmale (z.B. Form des Stängels, Geruch, Blütenfarbe o.ä.) Besuche eine Kräuterwanderung und nutze ein Pflanzenbestimmungsbuch. Meine Empfehlung: Die Bücher von Steffen G. Fleischhauer. Nicht alle essbaren Wildkräuter sind für Wildkräuter-Smoothies geeignet. Darum habe ich das Buch „Wilde Grüne Smoothies“ geschrieben. Hier stelle ich dir die 50 besten Smoothie-Wildkräuter mit einem einseitigen Portrait und Foto vor. Wenn du dir nicht sicher bist, gilt die Regel „If in doubt, leave it out“. Es entgeht dir nichts – die Natur ist extrem vielfältig.

2.     Wildkräuter-Snesorik-Test: Nutze deine Sinne

Je nach Boden und Klima können die gleichen Wildkräuter recht unterschiedlich aussehen: groß oder klein, selbst die Farbe der Blätter kann anders ausfallen. Nutze deine Sinne: sehen – fühlen – riechen – schmecken. In dieser Reihenfolge. Der „Wildkräuter-Sensorik-Test“ erspart dir unangenehme Überraschungen. Und belohnt deinen ganzen Körper mit einen ganzheitlichen Erlebnis.

Um Sicherheit zu erlangen, was sich wie anfühlen und wie schmecken sollte, besuchst du am besten zuerst eine Kräuterwanderung.Wenn du es genau wissen willst, würde ich dir: Eine Wildkräuter-Grundausbildung vermittelt

3.     Keine Angst vor dem Fuchsbandwurm

„Ein Sechser im Lotto ist wahrscheinlicher, als sich durch den Verzehr von Waldbeeren mit dem Fuchsbandwurm zu infizieren“, so Professor Klaus Brehm, Biologe am Institut für Hygiene und Mikrobiologie der Universität Würzburg. Zu ähnlichen Ergebnissen kommt das Robert-Koch-Institut. Die Krankheit, die unbehandelt zum Tod führen kann, sei zum Glück sehr selten.

Die Infektion mit dem kleinen Fuchsbandwurm (=aveoläre Echinokokkose) ist eine meldepflichtige Krankheit.

Hier zum Link der -> aktuellen Meldestatistik nach Bundesländern des Robert-Koch-Institut. Berlin ist weitgehend vom Fuchsbandwurm unbetroffen (4 Fälle im Jahre 2014), in Brandenburg, Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt gab es 2014 keine Neuinfektionen mit Fuchsbandwurm. In Mecklenburg-Vorpommern, Bremen, Hamburg je eine gemeldete Neuinfektion. In Bayern traten 21 neue Fälle von Echinokokkose in Baden-Württemberg 20, das sind in beiden Bundesländern 25-30% weniger als im Vorjahr. Das ist dafür, dass die Durchseuchung der Füchse z.B. auf der Schwäbischen Alb mit 100% angegebenen wird sehr wenig.

Entgegen hartnäckiger Gerüchte gibt es keine Hinweise auf die Übertragung durch den Verzehr von Wildpflanzen oder Waldbeeren. Auch besiedeln Füchse immer häufiger Städte und stadtnahe Gebiete. Über 1600 Füchse lebten schon 2006 in Berlin, fünfmal mehr als in den umliegenden Wäldern. Das Futter lockt: Mäuse, Ratten, Katzenfutter …

Infektionsquelle:

Als größte Infektionsquelle für Fuchsbandwurminfektionen wird der enge Kontakt (Schmusen) mit Haustieren angesehen (Hunde oder Katzen, die Mäuse fressen). Prof. Dr. Brehm wies im Interview, das ich mit ihm zu diesem Thema November 2013 führte, auch darauf hin, dass die meisten in Deutschland am Menschen diagnostizierten Echinokokkose-Infektionen gar nicht aus dem deutschen Wald kommen, sondern „Urlaubsmitbringsel“ von Reisen in entsprechend durchseuchte südliche Gebiete sind und dort über Straßenhunde und Straßenkatzen übertragen werden (entweder über „Streicheln“ oder den Kontakt mit dem mitreisenden eigenen Hund). Diese sogenannte zystische Echinokokkose wird in der Statistik gemeinsam mit dem „Fuchsbandwurm“ geführt.

Dazu das Robert Koch Institut:

„Der Mensch nimmt die Wurmeier durch kontaminierte Hände entweder nach direktem Kontakt mit infizierten Endwirten (Fuchs, Hund, Katze), an deren Fell die Eier haften können, oder durch Umgang mit kontaminierter Erde auf. Die Möglichkeit der Übertragung durch kontaminierte Nahrungsmittel (Waldbeeren, Pilze) bzw. kontaminiertes Wasser ist nicht geklärt.

Quelle: http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Echinokokkose.html#doc2398572bodyText6

Weil es sich hier jedoch um reine Statistik handelt, habe ich einen erfahrenen Jäger befragt: Er würde Wildwechsel (sichtbar als Trampelspuren im Gras) meiden.

Prävention:

Waschen kann Fuchsbandwurmeier zwar nicht zerstören, die Gefahr aber mindern. Das Robert-Koch-Institut empfiehlt zur Prävention von Fuchsbandwurm:

• Händewaschen! Vor allem nach dem Kontakt mit Haustieren
• Kochen oder Trocknen der Pflanzen (sichere Prävention)
• Waschen von Waldfrüchten und Wildkräutern

4.     Ernte nur so viel du brauchst

Ernte nur das, was du für dein Leben brauchst. Näherst du dich der Natur mit dem Gefühl der Achtsamkeit, wirst du mit reichen Sinneseindrücken belohnt. Das Ernten der Wildkräuter ist ein Teil des Genusses bei deinem Wildkräuter-Smoothie. Ernte nie mehr, als du in 3 Tagen verbrauchen kannst.

Natürlich kannst du Kräuter auch auf dem Markt oder im Bioladen kaufen. Das ist besser als auf die Vitalstoffe verzichten. Du verzichtest aber auf einen Teil des Erlebnisses.

5.     Wildkräuter Aufbewahren

Verwende zum Sammeln – vor allem im Sommer –  einen Gefrierbeutel mit einem feuchten Stück Küchenrolle am Boden. Unsere heimischen Wildkräuter brauchen viel Feuchtigkeit um knackig zu bleiben. Lege die Kräuter vorsichtig hinein, blase den Beutel etwas auf und verschieße ihn mit einer Gefrierklammer. Die Wildkräuter ruhen nun in einem Luftkissen mit eigenem Mikroklima. So kannst du Wildkräuter und -Blüten im Kühlschrank gut 3-4 Tage aufbewahren. Da der Beutel durchsichtig ist, behältst du den Überblick!

6.     Dein Geschmack ist der „Sensor deines Stoffwechsels“

Wildkräuter sind besonders reich anVitalstoffen. Nun funktioniert aber Körper jedes Menschen etwas anders. Grund dafür ist unser Stoffwechsel, der die Aufschlüsselung unserer Nahrung regelt. So kann es sein, dass dem einem schmeckt, wo der andere ausruft „Ist das bitter…!“. Oder „Ist das sauer…!“. Beide haben recht. Unser Geschmack signalisiert, was sich unser Körper gerade wünscht. Aus diesem Grund sind Wildkräuterezepte immer Empfehlungen, die du an deinen persönlichen Bedarf anpasst. Verlass dich auf deinen Geschmack. Dein Körper wird es dir danken.

Wildkräuter & Allergien

Einige Wildkräuter enthalten allegene Stoffe. Allergien können auftreten bei Beifuß (Artemisia), der deshalb nicht von der Kommission E in die Liste der Heilpflanzen aufgenommen wurde. Erhöhte Allergie-Gefahr besteht auch bei Schafgarbe, Spitzwegerich, Johanniskraut (erhähte Lichtsensibilität) und äußerlich bei Wiesenbärenklau und natürlich dem als giftig bekannten Riesenbärenklau (Kontaktallergie). Letzterer ist tabu.

Achtung:Die Dosis macht das Gift. Darum rate ich gerade bei Wilkräuter-Smoothies zu vorsichtiger Dosierung. Weniger ist mehr! Nur weil ein Hochleistungsmixer es (technisch) trinkbar macht, muss es nicht gut für euch sein. Respektiert euren Geschmack als zuverlässiger Sensor eures Stoffwechsels (siehe Absatz 6). Mogelt ein Zuviel an Bitterstoffen nicht mit süßer Mango weg 🙂

7.     Viele Wildkräuter sind Heilkräuter!

Wildkräuter schlagen Kulturpflanzen in ihrem Gehalt an Blattgrün, pflanzlichem Eiweiß und sekundären Inhaltsstoffen bei weitem – viele Wildpflanzen haben eine solche Kraft, dass sie traditionell als Heilkräuter eingestuft werden. Diese gilt es mit Vorsicht einzusetzen. Informiert euch über deren Wirkung – so könnt ihr Wildkräuter-Smoothies, Wildkräuter-Suppen und Wildkräuter-Salate gezielt für euer Wohlbefinden nutzen. Das entsprechende Wissen eignet ihr euch am besten in einem entsprechend fundierten Kurs für Wildkräuter-Smoothies an: am besten ein Workshop mit Kräuterwanderung wie der Kurs „Wilde Grüne Smoothies“ in der Oedmühle.

8.     Nutze den Rhythmus der Natur

In der traditionellen Naturheilkunde werden Heilpflanzen genutzt, um dem Körper einen Impuls zu geben. Dabei gilt es zu beachten: Der Körper gewöhnt sich schnell, aus Impuls wird Gewohnheit. Es empfiehlt sich daher, Wildkräuter spätestens alle 3-4 Wochen zu wechseln. Die Natur hilft dir: etwa alle 6 Wochen sind andere Wildkräuter im optimalen Erntestadium.

9.     Wilde Grüne Smoothies – Weniger ist mehr

Wildkräuter sind erheblich reicher an Inhaltsstoffen als Gemüse, Salat oder Obst. Beginne vorsichtig und steigere den Anteil an Wildkräutern in deinem Salat oder Wildkräuter-Smoothie langsam. Den nötigen Anteil an Blattgrün erreichst du zunächst durch Blätter von Kulturpflanzen wie Möhrenkraut, Salat, Kohlrabiblätter (aus Bio-Anbau). Steigere den Wildkräuteranteil langsam über mehrere Wochen. Achte auf deinen Geschmackssinn.

10.  Wildkräuter-Smoothies Frei gemixt – das „Nimm 3“-Prinzip

Du kannst Wildkräuter nach ihrem Geschmack kombinieren: z.B. ein Basiskraut und eines für das Aroma. Oder nach Wirksamkeit für deinen Körper auswählen. Wichtig: mische nicht zu viel durcheinander. Verlasse dich auch hier auf deinen Geschmack. Ein Wildkräutergericht (ob Salat, Sorbet oder Smoothie) sollte ein Konzert der Aromen sein und kein Geschrei. „Nimm 3“ ist eine gute Faustregel. Weitere Tipps und 50 leckere Rezepte für Wildkräuter-Smoothies findest du in Wilde grüne Smoothies, 50 Wildkräuter – 50 Rezepte, Vegan & köstlich.

Link-Tipps:

Pflanzen-Bestimmungsbücher:
-> Wildkräuter bestimmen nach Blattform: Enzyklopädie der essbaren Wildpflanzen, Steffen Fleischhauer e.a.
-> Wildkräuter bestimmen nach Blütenfarbe: BLV-Pflanzenführer für unterwegs. Schauer/Caspari


Wildkräuterkurse:
-> Wildkräuter-Smoothie-Workshop mit Kräuterwanderung: >hier anmelden
-> herbalista® Basic Wildkräuter-Zertifikatskurs: > hier anmelden
Es gibt eine Vielzahl von Kursen, Seminaren und Vorträgen, sicher auch in eurer Region. Informiert euch über die Referenzen des Referenten. Da es sich um „wertschöpfendes  Weltwissen“ für euer Leben handelt, kann es sich lohnen, auch weiter zu fahren.


Wildkräuter-Bücher:
-> Das große Buch der Wildkräuter-Smoothies: „Wilde Grüne Smoothies“
-> Für die schnelle, unkomplizierte Naturküche: „Wilde Grüne Küche“
Als ich begann, die Wildkräuter zu erforschen, stellte ich fest, dass es nur ganz wenige wirklich alltagstaugliche Wildkräuter-Kochbücher gibt. Mit schnellen, einfachen, für unser mobiles Leben ernährungsphysiologisch sinnvollen Rezepten gibt. Darum habe ich die beiden oben genannten Bücher geschrieben.

Franzosenkraut (Galinsoga ciliata)

Franzosenkraut-grüner Smoothie-herbalistaDas FRANZOSENKRAUT (Galinsoga ciliata) ist der Hochsommer-Favorit unter den Wildpflanzen. Wenn man viel schwitzt, kann man den Mineralverlust ganz leicht such ein paar Wildkräuter im Grünen Smoothie oder Salat ausgleichen. Franzosenkraut enthält pro 100 Gramm mehr Eisen als Fleisch und mehr als doppelt so viel Calcium wie Milch. Aufgrund seines hohen Eisengehalts empfehlenswert für Frauen und die vegane Ernährung. Bei uns wächst das Franzosenkraut in den Hitzemonaten Juli und August üppig in Blumentöpfen, auf Äckern, in den Gärten.

Inhaltsstoffe:

Eisen (zwithöchster Eisengahalt unter den Wildkräutern), Kalium, Kalzium, Magnesium, Mangan, Vitamin A und C

Eigenschaften:

      Mineralstoffausgleich
      isotonisch
      Ausgleich Eisenhaushalt
      Besänftigend für Magen und Darm
      Gut für die Leber

STANDORT: Wächst auf Äckern, Brachflächen, in Gärten und Blumentöpfen. Wird etwa 20 Zentimeter hoch.

WILDKRÄUTER SAMMELN: Von Juli und Oktober erntet man Blätter, Triebspitzen und Blüten. Stängel entfernen.

WILDKRÄUTER REZEPTE: Bekannt und beliebt ist das Franzosenkraut vor allem in Südamerika: In Kolumbien gilt es als Nationalgewürz (Guasca). In Brasilien werden Blätter und Blüten des Picão Branco als Tee bei Bauchschmerzen aller Art verabreicht. Geeignet für

  • Wildkräuter-Smoothies
  • Wildkräuter-Suppen
  • Als Gewürz für Eintöpfe
  • In herzhaften Füllungen

Vegan-Tipp!

Link-Empfehlung:
-> Mehr Rezepte mit Franzosenkraut: Wilde Grüne Küche, 2. Auflage Hans-Nitsch-Verlag, 198 Seiten

 

Fermentierte Brombeerblätter für Tee & Grünen Smoothie

Kräuter-fermentierenMitte Juli bis Mitte August beginnt die „Herbal Selfcare“-Zeit: Tee sammeln, Tinkturen, Salze und Essenzen ansetzen. Fermentierte Brombeerblätter ergeben einen köstlichen, leicht rosig schmeckenden Tee, der empfindliche Luftwege verwöhnt. Schon Hildegard von Bingen empfahl Brombeer-Elixir bei Husten – der Tee ist auch eine Wohltat für alle, die in klimatisierten Räumen arbeiten… Er ist so mild, dass du ihn auch gut als Genuss-Tee trinken kannst. Du brauchst nur 2 saubere Küchentücher, einen Pflanzensprüher  und in der Summe ca. 10 Minuten Zeit.

Herstellung v. FermentierteR Brombeerblätter-Tee

Tag 1: Junge Brombeerblätter (morgens) pflücken und die Stacheln abschneiden, welken lassen, am Abend mit einem Nudelholz walzen, so dass die Blattstruktur angebrochen wird. Gleichmäßig flach auf ein sauberes Küchentuch (Baumwolle) verteilen. Mit etwas Wasser besprühen. Fest einrollen.
Brombeerblaetter-fermentierenTag 2: Aufrollen, lockern, besprühen (-> nebelfeucht nennt man das heute), wieder fest einrollen. In das Leinentuch einwickeln.
— die Blätter sollten fleckig bis schwarz sein –-
Tag 3: Aufrollen, lockern, besprühen, wieder fest einrollen. In das Leinentuch einwickeln.
— die Blätter sollten schwarz sein –-
Tag 4: Aufrollen, lockern, besprühen, wieder fest einrollen. In das Leinentuch einwickeln.
— die Blätter sollten schwarz sein und ein rosenartiges Aroma entwickelt haben. Wenn nicht, noch 1-2 Tage Verlängerung geben –-

Fermentierte Brombeerblätter

Jetzt an einem luftigen, warmen, trockenen Ort (dürfte bei 30°C Außentemperatur zu finden sein) trocknen lassen. Über 40°C sollte es nicht werden :-). Fermentieren ist ein Prozess, der wertvolle probiotische Kulturen entstehen lässt. Diese sind eine Wohltat für die Darmgesundheit.
Anschließend in eine luftdichte Dose abfüllen. Aufbewahrung trocken und dunkel.

Anwendung: DIe EU-Verordnung zu Lebensmittelsicherheit schreibt überbrühen aller Tees mit 100°C Wasser vor. In der Phytotherapie werden Pflanzenauszüge häufig (rohköstlich) als Mazeration 12 Stunden über Nacht in Wasser angesetzt.

Tipps & Tricks:

Erntezeit Juli bis Mitte August
Erntezeitpunkt: Morgens
Hygiene: Saubere Küchentücher ( am besten immer kochen oder auf 95°C waschen)
Ausführung: Innen ein saugfähiges Baumwolltuch zum Einrollen, außen ein festes Leinentuch drumwickeln
Temperatur/Fermentationszeit: Je höher die Temperatur, desto schneller läuft die Fermentation.
Das heißt im Umkehrschluss: je kälter es bei dir ist, desto länger dauert es. Bei 20-25°C, kann es eben 6-7 Tage dauern.
Achtung: Schimmeln darf es nicht. Das vermeidest du, in dem du ausschließlich 100% einwandfreie Pflanzenteile verwendest und hygienisch einwandfreie Tücher verwendest.

So sollte es klappen. Viel Spaß und guten Appetit! Ich habe Ihre Frage als Anregung genommen, werde das ganze mit Fotos dokumentieren und diese dann Ende nächster Woche einstellen, zur „Sichtkontrolle“

> mehr Wissen: zur Herbalista® Basis-Ausbildung http://www.herbalista.eu/herbalista-wildkraeuterausbildung/
> Kräuter-Urlaub: http://www.herbalista.eu/ferien-in-herbalistas-huette/