Wildkräuter zum Fasten, Entgiften & Regenerieren

Die traditionelle Fastenzeit fällt für uns in Mitteleuropa in den Vorfrühling: Die Tage werden länger, der Grundumsatz steigt, unser Stoffwechsel nimmt Fahrt auf. Abnehmen geht nun fast von allein …
Entgiften, Straffen und Regenerieren: die besten Detox- und Anti-Aging-Kräuter wachsen jetzt frisch auf der Wiese!

Wildkräuter, Fasten-Rezepte und Anwendungen:

Während des Fastens trinkt man wärmende (basische) Fastenbrühe und Kräutertees. Diese können auch gut aus getrockneten Kräutern hergestellt werden. Das „Fastenbrechen“ dann feiern wir im Wildkräuterjahr traditionell mit der „Gründonnerstagssuppe“, oft auch „Grüne Neune“ genannt. Wir haben „das Alte“ hinter uns gelassen – das Jahr kann unbeschwert beginnen!

Wildkräuter-Rezepte zum Fasten:

> Rezept 1 „Entgiften“: Fastenkräutertee nach Phyto-Apothekerin Margit Schlenk

Rezept 2 „Ausleiten“: Frische Fasten-Kräuterbrühe nach Ursel Bühring

> Rezept 3 „Aufbau“: Gründonnerstags-Suppe „Grüne Neune“

TOP 10 der Wild(kräuter) zum Fasten:

Folgende heimische Kräuter/Wildpflanzen unterstützen EFFEKTIV
Ihre körpereigenen Entgiftungsfunktionen:

  • Birkenblätter
  • Brennnessel
  • Gänseblümchen
  • Giersch
  • Leinsamen
  • Löwenzahn*
  • Mariendistel (Samen)
  • Schafgarbe
  • Spitzwegerich
  • Vogelmiere

So funktioniert’s: Leinsamen und Spitzwegerich binden durch ihre Schleimstoffe frei gewordene Giftstoffe im Darm. Mariendistelsamen können die Leber sogar regenerieren! Beides optimal in Grünen Smoothies anwendbar. Vogelmiere enthält Saponine, bekannt als „Zellöffner“. Schafgarbe  & Löwenzahn aktivieren über Bitterstoffe Leber und Darm. Brennnessel und Birke aktivieren die Niere und wirken entwässernd. Mehr dazu…

>> Buch-Tipp:  „Wilde Grüne Smoothies“: 50 Wildkräuter + Rezepte

Detox-Organe des Körpers & ihre GRÜNEN HELFER:

Frühjahrskuren eignen sich auch besonders zu Entlastung und Entgiftung bei bei Autoimmunerkrankungen und um den Zellstoffwechsel zu aktivieren. Stichwort Detox. Stichwort Anti-Aging. Das Ausscheiden der anfallenden „Einlagerungen“ und Stoffwechselprodukte geschieht in erster Linie über folgende Organe. Die Traditionelle Europäischen Heilkunde (TEM) empfiehlt eine Reihe heimischer Heilkräuter zur Unterstützung:

  • Ausleitung über Nieren -> Brennnessel, Birkenblätter, Löwenzahn*, Giersch, Gänseblümchen, Vogelmiere. Tee und/oder klare Brühe.
  • Ausleitung über Leber -> Löwenzahn*, Mariendistel, Schafgarbe (Bitterstoffe). Leberwickel mit Schafgarbentee/Heublumensack.
  • Ausleitung über Darm -> Leinsamen (über Nacht eingeweicht), Schafgarbe (Tee).
  • Ausleitung über Haut -> Birke, Brennnessel (Tee). Basenbäder, Schwitzen durch Bewegung, Sauna.VORTEIL: Wildkräuter Regenerieren beim Ausleiten, da sie zugleich die Remineralisieren und die Regeneration aktivieren. Zum DETOX kommt der ANTI-AGE-EFFEKT.

* Löwenzahn: Vorsicht bei Gallensteinen. BItterstoffe erhöhten den Gallenfluss, so dass bei größeren Steinen die Gefahr einer Gallenkolik entsteht.

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Warum ist Fasten gesund?

Fasten als Kulturtechnik ist bedeutet einen „Reset“. Das große Entrümpeln. Eine Bewährungsprobe und Neuanfang für Körper, Geist und Seele. Man kann aus ganz verschiedenen Gründen fasten: Zum Abnehmen, Entschlacken, um sich auf Wesentlicheres zu konzentrieren als die Nahrungsaufnahme: Meditation, konzentriertes Denken und Lernen, Spiritualität.

Beim Fasten wird die Leber entlastet und Immunabwehr gestärkt, die Wahrnehmung verbessert, das „in-sich-selbst-drehen“ von Stoffwechsel und Psyche auf zu hohem energetischen Niveau, das man getrost als Ursache vieler Autoimmunkrankheiten und psychischer Disbalancen betrachten darf, wird durchbrochen.

Was passiert beim Fasten?

Überschüssige (Fett-)Zellen und Flüssigkeit werden abgebaut – eingelagerte Schadstoffe werden frei und können ausgeleitet werden. Damit dieser Reinigungsprozess „flüssig“ und ohne Nebenwirkungen vonstatten geht, ist es wichtig viel zu trinken: Am besten (körperwarmes) Wasser, basische Fastenbrühe bzw. dünne Heilkräutertees.

Beim „Abnehmen“, d.h. Abbau von körpereigenen Zellen werden aber auch in größerem Umfang Purine (durch den Abbau der Zellkerne) frei. Das ist im Ergebnis gut – allerdings birgt der Weg dorthin Risiken und Nebenwirkungen, die dann beschönigend als „Entgiftungserscheinungen“ bezeichnet werden. Vor allem der Überschuss von Harnsäure, der aus dem Abbau der Zellkerne entsteht, kann bei „Nulldiäten“ und Menschen über 50, bei denen der Stoffwechsel schon etwas komfortabler ist, zu akuten Nierenproblemen und Gichtanfällen führen.

>> Zum Apotheker-Interview: Wie gesund ist Fasten – wie fastet man gesund? (Termin: Aschermittwoch, 14.02.2018)

Fasten ohne Risiken und Nebenwirkungen

Diese „Nebenwirkungen“ zu vermeiden hilft ein erfahrener Fastenleiter, am besten mit einer Ausbildung in einem medizinischen Beruf, wie Nicole Lange, die jedes Jahr den Fastenkongress leitet.

Was kann passieren? Es werden im Überfluss eingelagerte „Schlacken“, vor allem aber wird ein Überschuss an Harnsäure durch den Zellabbau frei. Beschönigend nennt man das oft „Entgiftungserscheinungen“. Eigentlich sind es vorübergehende „Vergiftungserscheinungen“: Schwindel, Kopfschmerzen, Temperatur, Übelkeit, Schwäche.

Diese treten vor allem auf, wenn zu schnell und zu ehrgeizig gefastet wird. Ebenso wichtig ist es, während der Fastenperiode viel zu trinken: 2-3 Liter täglich, je nach Körpergröße, Aktivität und Alter. Optimal eignen sich schwach konzentrierte, stoffwechselaktivierende und die Ausleitung fördernde Kräutertees oder wärmende Kräuterbrühen.

Welcher Fasten-Typ bin ich?

  • Heilfasten – Vollständiger Verzicht auf Nahrung
  • Intermittierendes Fasten
  • Kalorienreduzierte Diät

1 | Heilfasten eignet sich vor allem für gesunde Menschen. Die Fastenperiode sollte bei kompletten oder weitgehendem Verzicht auf Nahrung mit einer Darmentleerung beginnen (Glaubersalz). Die folgenden 3-7 Tage wird ausschließlich getrunken: bis zu 3 Liter/Tag: Kräutertee, körperwarmes Wasser, Gemüsesäfte oder Wildkräuterbrühen (siehe Rezept oben). Die Darmreinigungen werden nach Ursula Bührung jeden 2. Tag weitergeführt. Nach ca. 7 Tagen „Fastenbrechen“ mit 1-3 geriebenen Äpfeln (am besten alte Sorten, die sind bekömmlicher und reicher an Phytonährstoffen). Anschließend Aufbauphase mit vitalstoffreicher, vegetarischer Vollwertkost und vielen Wildkräutern querbeet.

Wichtig: Bei niedrigem Blutdruck und chronischen Krankheiten befragen Sie auf jeden Fall vorher Ihren Arzt oder Apotheker. Auch für Menschen in kalten Regionen oder bei schwerer körperlicher Arbeit ist von dieser Art des Fastens abzuraten. Schwangere dürfen nicht fasten – sie haben einen Mitesser! Das gleiche gilt auch für Kinder, weshalb im Ramadan erst mit „Erreichen der Reife“ gefastet wird. Bei Gewichtsproblemen empfiehlt sich eher eine langfristig angelegte kalorienreduzierte Diät plus Bewegung.

2 | „Intermittierendes Fasten“ | Unkompliziertes „Teilzeitfasten ist Trend“. Fasten braucht Ruhe. Wer nicht über diese Freiräume verfügt, vielleicht sogar durch unterschiedliche Klima- und Zeitzonen reist, dem sei (als aktueller Trend) das „Intermittierende Fasten“ empfohlen. Es gibt verschiedene Modelle: Entweder man isst einen Tag die Woche nichts. Oder man nimmt nur 4, 6 oder 8 Stunden am Tag feste Nahrung zu sich und lässt dem Körper den Rest der Zeit, das Ganze abzuarbeiten. Die Glukosespeicher der Leber entleeren sich dabei regelmäßig: nach neuen Studien kann man so Bluthochdruck und Cholesterinspiegel senken und dem Alterungsprozess entgegenwirken.
-> VORTEIL: Schlank ohne Hungern und Jojo-Effekt. IDEAL für alle, die im STRESS sind. Auf jeden Fall passt diese Art des „Fastens“ auch als Dauermaßnahme in das schnell-getaktete Leben des berufstätigen Menschen. Auch Dr. von Hirschhausen schwört darauf. Empfehlenswert auch, um Ü40 wenn der Stoffwechsel den Kalorienverbrauch drosselt nicht zuzunehmen. Hier empfiehlt es sich in der Woche 3-4 Tage „16 Stunden Nahrungsfrei“ zu halten und diese zu variieren…

Weiterführende Link-Tipps zum Thema „Intermittierendes Fasten“:

–> „Intermittierendes Fasten – der gesunde Essrythmus“
–> „Klappt tatsächlich – Abnehmen durch Teilzeitfasten!“

3 | Kalorienreduzierte Diät | Kontrolliertes Abnehmen. Zur Gewichtsreduktion empfiehlt sich keine Null-Diät: Sie weckt nur das „innere Eichhörnchen“, das unverzüglich den Energieverbrauch senkt, um für die nächste schlechte Zeit gerüstet zu sein. Bewährt hat sich eine auf 1500 kcal kalorienreduzierte Diät über 2-3 Monate. Hier gibt es viele Möglichkeiten. Am bequemsten und mit der Option Abnehmen mit gleichzeitigem Aufbau der Vitamin- und Mineralstoff-Depots zu verknüpfen ist das Abnehmen mit Grünen Smoothies. Kurz: Man ersetzt eine Hauptmahlzeit durch einen Grünen Smoothie. Ein entsprechendes Programm mit Online-Coaching (das Fleisch ist schwach) hat Ernährungberater Roman Firnkranz mit „Green Body Restart“ entwickelt.

-> VORTEIL: Schlank ohne Hungern un Jojo-Effekt. Pro Woche wird dabei etwa 1 kg Körpergewicht abgebaut, ohne den Stoffwechsel zu belasten. Die Reduktion des Körpergewichts kann hohen Blutdruck deutlich senken: bei 10 kg Gewichtsverlust bis zu 20 mmHg. Sehr das geht erklärt (zugegeben etwas reißerisch, aber fundiert) dieses Experten-Interview der Morgenpost: https://www.morgenpost.de/wissen

Es gibt also verschiedene Arten zu fasten wie Arten zu leben … wichtig ist meines Erachtens, dass die gewählte Methode zur Struktur Ihres Lebens passt. Und zu dem Biotop, der Raum/Zeit-Zone, die Ihr ganz individuelles „natürliche Umfeld“ bildet. Eins sei Ihnen allerdings versichert: Ob Flugplatz oder Balkonkasten, ein Löwenzahn ist überall.

AUSBLICK: Warum Fasten „high“ macht…?

Fasten ist eine Herausforderung. Der Mangel an Nahrung setzt den Überlebensmodus in Kraft. Nach 3 Tagen werden zur Kompensation des Mangels an schnell verfügbarer Energie (durch Nahrungsmittel) körpereigene Endophine freigesetzt – wie einem Langstreckenlauf. Jesus fastete 40 Tage in der Wüste.

Wann ist die beste Zeit zum Fasten?

Alle Kulturen kennen Fastenzeiten. Bei uns war es früher traditionell die Zeit vor Weihnachten und vor allem vor Ostern. Während der Fastenzeit werden die Depots des Körpers ausgeleert – es entsteht Raum für Neues. Wie in einem vollen Haus kommt beim Räumen abgelegener Winkel auch Gerümpel zum Verschein, das entsorgt werden muss: Ernährungsphysiologisch nennt man diesen Prozess heute DETOX.

Frühlingskur im Einklang mit der Natur

Am Aschermittwoch sind frische Wildkräuter vielerorts noch Raritäten. Macht nichts! Traditionell verbraucht man nun die letzten Vorräte getrockneter Kräuter in Stoffwechsel aktivierende Tees und Suppen. 6 Wochen hat der Körper nun Zeit Ballast abzuwerfen. Mit der Tagundnachtgleichen stellt der Stoffwechsel endgültig auf „Sommerzeit“ um. Und wer die Fastenzeit genutzt hat, ist Frühlingsfit.

Phase 1: Abnehmen, Entgiften, Ausleiten. Optimal geeignet sind Tees aus getrockneten Heilkräutern. Aus der Apotheke, aus dem Bioladen, aus eigener Sammlung.

Phase 2: Aufbauen & Regenerieren: Pünktlich zur „Aufbauphase“ am Ende der Fastenperiode können wir gereinigt neu aufbauen: Mit dem ersten Austrieb der frischen Wildkräuter. Sie sind besonders reich an Vitamine, Mineralien und sekundären Pflanzenstoffen. Und so beginnt das Kräuterjahr am „Gründonnerstag“ mit einer Wildkräutersuppe.

Dieser Beitrag ergänzt mein Experten-Interview zum Thema „Wildkräuter-Fasten“ im Fastenkongress 2018 auf gesundheitsbox.net.

Einen gesunden Start ins Frühjahr und einen Sonnenstrahl
wünscht die Herbalista®

Gabriele Leonie Bräutigam
– staatl. zert. Kräuterführerin | Autor –

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