„Wildkräuter sammeln trau‘ ich mich nicht!“

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Frage: Wildkräuter sammeln traue ich mich nicht😔 Ich habe es gestern mal probiert … kann, aber noch nichtmal wirklich Giersch von seinen giftigen “ Freunden“ unterscheiden 🙈

Klein (rechts) ist fein – Giersch schmeckt am besten ganz jung

Klein (rechts) ist fein – Giersch schmeckt am besten ganz jung

Antwort: Achtsamkeit ist immer empfehlenswert. Allerdings sollte man sich nicht von Mamas Generalanweisung, Unkraut nicht anzufassen abhalten lassen, unsere heimischen Superfoods zu entdecken.  Die Brennnessel enthält mehr als dreimal so viel Chlorophyll wie Spinat. Sowohl Brennnessel wie auch der „gute Giersch“ enthalten besonders viel Proteine.

Giersch sicher bestimmen:

Giersch ist ein weißer Doldenblütler. Da gibt es einige giftige Verwechsler (Schierling z.B. oder Hundspetersilie). Trotzdem kannst du den Giersch anhand folgender Merkmale sicher bestimmen..

  1. (Blatt)stängel haben einen 3eckigen Querschnitt
  2. Blattstängel sind glatt (keine Härchen), gleichmäßig grün und haben oben eine ausgeprägte Rille
  3. Zerreibt man ein Gierschblatt, verströmt es einen deutlich karottengrün-petersiligen Geruch

Weil es sich aber auf jeden Fall lohnt, für Grüne Smoothies wann immer möglich frische Wildkräuter zu nutzen – sie enthalten im Schnitt die 23-fache Menge an Vitaminen, Mineralien und sekundären Pflanzenstoffen – und nur wenn es nicht anders geht auf Wilde Grüne Smoothies, BuchSupermarktware zurückzugreifen, habe ich speziell für Einsteiger das Buch „„Wilde Grüne Smoothies“ geschrieben. Darin wird dir Schritt für Schritt alles erklärt: 50 Wildkräuter und wie du sie verwendest, worauf du achten solltest, zu welcher Jahreszeit was am besten schmeckt, dazu 50 Rezept-Vorschläge für das ganze Jahr, anhand derer du schnell herausfinden wirst, welche Kombinationen aus Obst und Grün dir besonders gut tun.

Wenn du das Buch hast, nimmst du es am besten auf eine Kräuterwanderung mit (bei mir z.B. ab Anfang April) und schaust dir an, wo und in welchen Konstellationen die Pflanzen in der Natur – in Stadt und Land – vorkommen. Und dann hast du’s. Ab da gibt’s Superfoods for free 🙂

Empfehlung Wildkräuter-Bestimmungsbücher:

Fleischhauer, Steffen Guido; Guthmann, Jürgen; Spiegelberger, Roland: Essbare Wildpflanzen, 200 Arten bestimmen und verwenden. AT Verlag, 2014.
Bestimmung anhand von Blattformen. Das praktische Taschenbuch für die Wiese.

Fleischhauer, Steffen Guido; Guthmann, Jürgen; Spiegelberger, Roland: Enzyklopädie essbare Wildpflanzen. 2000 Pflanzen Mitteleuropas. Bestimmung, Sammeltipps, Inhaltsstoffe, Heilwirkung, Verwendung in der Küche. AT Verlag, 2013.
DAS „Grundlagenwerk“ über Essbare Wildpflanzen.

Schauer, Caspari: Der illustrierte BLV Pflanzenführer für unterwegs. BLV-Verlag, 2013 (Pflanzenbestimmung nach (Blüten-)Farben. 1150 Blumen, Gräser, Bäume und Sträucher Sortiert nach Farbcode)