„Spinat im Smoothie \u2013 gef\u00e4hrliche Oxals\u00e4ure?“

Frage: Hallo 😊 Ich bin über die Seite grüne Smoothies.de zu Ihnen gekommen.
Ich habe gerade den Beitrag gelesen, ob grüne Smoothies gefährlich sind und da haben sie vor der Oxalsäure gewarnt. Ich habe mir jungen Spinat gekauft und habe diesen natürlich verarbeitet , da ich ja nun genug davon da habe🙈 aber jetzt bin ich ein bisschen überfordert.
Heißt das jetzt das ich Spinat komplett weglassen soll? Oder wie oft darf ich ihn dann trinken?
Gilt das auch im gekochten Zustand für den Spinat? Denn was mache ich denn sonst mit ihm. Ich lese in so vielen Rezepten das Spinat drin ist… (Aline, 20.08.2015)

Antwort: Liebe Aline, also – mit der Oxalsäure verhält es sich meines Erachtens so:

Alle „Mixerverkäufer“ empfehlen in Ihren Rezepten gern den Spinat, weil er eine so „geile“ (geil heißt ursprünglich frisch, grün, lustig :-)) Farbe macht und überall (Bio)-Supermarkt gut verfügbar ist.

Viel Grün heißt viel Chlorophyll, und darum geht es im Smoothie. Mehr Chlorophyll als Spinat hat die in der Natur allgegenwärtige Brennnessel. Viel mehr!

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Vergleich Chlorophyllgehalt: Spinat – Brennnessel *

Pflanze                       Chlorophyll a               Chlorophyll b
Spinat                          95 mg/100g                20 mg/100g
Brennnessel               185 mg/100g              173 mg/100g
* QUELLE: Gabriele L. Bräutigam, Wilde Grüne Smoothies S. 12

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Spinat enthält roh sehr viel Oxalsäure und der Mixer verwandelt das Ganze unverzüglich in ein seidig-glattes trinkfreudiges Etwas. Es ist also ein Leichtes, große Mengen zu dir zu nehmen. Dies ist eine NEUE Qualität in der Ernährung – und diese Tatsache verdient Beachtung.

Traditionell hat man Spinat blanchiert und das Blanchierwasser abgegossen, um die Oxalsäure zu entfernen. Dabei gingen zwar viele der heute neu bewerteten „Vitalstoffe“ verloren, aber eben auch die Oxalsäure. Soviel zum Thema „gekochter Spinat“.

Zudem wird mit zunehmendem Alter der Stoffwechsel „bequemer“, weshalb vor allem Menschen ab 40, vor allem wenn sie sich wenig bewegen, häufiger zu Gallen-, Nieren-, und Blasensteinen neigen.

Also – ich bin aus oben aufgeführten Gründen mit rohem Spinat vorsichtig und empfehle das auch in meinen Büchern und Kursen.

Ich hoffe, ich konnte dir helfen. Wenn du – oder ein Leser dieses Beitrags Fragen habt: jederzeit gern!

Deine
Leonie Herbalista