Wildkräuter in der Schwangerschaft?

„Muss ich mit Wildkräutern in der Schwangerschaft aufpassen? Ich liebe Wildkräuter-Smoothies!“ (Anna aus Berlin, 16.08.2014)

Antwort: Liebe Anna, In der Schwangerschaft bist du nicht allein: du hast einen Mitesser. Gerade in den ersten 3 Monaten sollte man alle „Fremdeinwirkungen“ – Nahrungsergänzung (außer vom Arzt verschieben), pflanzliche Heil- und Genussmittel vermeiden. Das Baby soll sich von Grund auf „eigen“ strukturieren können. Man bedenke: Wirkungen und Nebenwirkungen von „was auch immer“ sind für diese Lebensphase NICHT evaluiert, entsprechende Studien wären aus moralischen Gründen nicht vertretbar und auch schwer überprüfbar. Das gilt auch für Wildkräuter, die eine sehr hohe Konzentration an sekundären Pflanzenstoffen und ausgeprägte Heilwirkungen haben. Für das Kleine gilt in besonders hohem Maß die Formel

„Allzuviel ist ungesund“

Um zu erfassen, wie wenig zu viel sein kann, muss man sich nur vorstellen, wie mikroskopisch klein so ein Zellhaufen ist. Es gibt einige Kräuter, von denen ganz abzuraten ist: z.B. weil sie Wehenaktivitäten auslösen können. Die mir bekannten, von denen ich komplett abraten würde, habe ich hier für euch zusammengefasst.

NO! Rote Liste (Wild-)Kräuter/ Schwangerschaft:
„Für Schwangere nicht geeignet“:

 

  • Aloe Vera
  • Beifuß
  • Beinwell
  • Berberitze
  • Eberraute
  • Engelwurz
  • Frauenmantel
  • Hirtentäschel
  • Mistel
  • Poleiminze
  • Rainfarn
  • Wachholder
  • Wermut

IN DER SCHWANGERSCHAFT:
Vorsichtig sein bei …

Also auf keinen Fall als Tee tinken!! Bei Teemischungen Zusammensetzung nachlesen! Auch bei deinem Lieblingstee! Im Tee, Smoothie oder Pesto erreichst du Konzentrationen, die die Gebärmutter ungewollt aktivieren können. Die Verwendung als Küchengewürz ist ungefährlich:

  • Anis 
  • Bockshornklee 
  • Chili 
  • Eisenkraut (Verbene) 
  • Fenchel 
  • Himbeerblätter 
  • Knoblauch (größere Mengen) 
  • Lavendel 
  • Liebstöckel 
  • Majoran 
  • Muskat 
  • Petersilie 
  • Rosmarin 
  • Salbei 
  • Tee schwarzer 
  • Thymian 
  • Zimt
Das Problem ist, dass viele der oben genannten Kräuter die Gebärmutter stimulieren. Dies kann zum Einleiten der Wehen durchaus erwünscht sein, vorher nicht. Vertraue dich einer naturheilkundlichen Hebamme an – sie wird dich gerne beraten.
Wahre Geschichten – echte Tipps: Nur um das Thema „Dosierung“ richtig einzuordnen: Würzen ist ok. Da müsst ihr keine Angst haben. Als meine Freundin Mara allerdings ihren Husten im 6. Monat mit 2 Liter Thymiantee pro Tag kurieren wollte (wie sie es sonst auch macht) hatte sie nach 3 Tagen fast einen Abgang und sie musste 2 Wochen liegen. Was vermutlich aber nicht nur am Tee, sondern auch an ihrem Extremhusten lag und daran, dass sie statt Ruhe zu geben, in ihrem Bauernhof Putz abgeschlagen hat. Also – passt auf euch auf. Ihr seid nicht allein. Ihr habt Aufgewicht.

Schwanger & schön ohne Hormonfalle!

 

Hier noch einige Empfehlungen aus meiner persönlichen Erfahrung als 2-fache Mutter, die nichts mit Wildkräutern zu tun haben, die mir aber wichtig sind:

  • Keine essentiellen Öle 
  • Keine parfümierte Körperpflege: in NL ist sie sogar verboten, wegen der Phthalate. Phthalate simulieren weibliche Hormone und stören damit nachhaltig den Aufbau des Körpereigenen Hormonsystems des Kindes!!
  • Kokosöl oder Weizenkeimöl zur Vorbeugung von Schwangerschaftsstreifen (ich habe keine bekommen). Einfach täglich einmassieren (Bauch, Beine, Po). Nachhaltigkeits-Tipp: Die Textilien vor dem Waschen 1-2 Stunden in Soda einweichen (Beschädigt die Farben und Fasern nicht, außer bei Seide und Wolle, wo es ungewollt auch den natürlichen Fettgehalt der Faser verseift). Altes Hausmittel, umweltfreundlich, in jedem Drogeriemarkt für 1-2 Euro zu haben und sehr zu empfehlen.

Liebe Anna, ich hoffe, ich konnte dir helfen. Viel Spaß euch beiden

Eure Herbalista