Ostersamstag, Sonnenschein und über 25 Wildkräuter. Hier seht ihr, was vom Kochen übrig blieb… -> weitere Termine 
Löwenzahn

Mach‘ es wie die Hummel … Den honigsüßen Nektar enthält die Blüte, solange man die Staubgefässe sieht …
Löwenzahn (Taraxacum officinale) ist die No.1 der Kräuter, um im Frühling schnell in Form zu kommen. Löwenzahn enthält 5-mal so viel Eiweiß, 8-mal so viel Vitamin C und doppelt so viel Kalium (bis zu 4,5 Prozent), Magnesium und Phosphor wie Kopfsalat.
Seine sanften Bitterstoffe (Amara) können den Stoffwechsel aktivieren, beseitigen Völlegefühl, verbessern die Nährstoffaufnahme des Körpers und die Muskelspannung. In Italien und Frankreich gilt Löwenzahnsalat als Delikatesse und wird als Gemüse oder Gemüsesalat verarbeitet. In England werden aus den Blüten Löwenzahnwein, -sirup und -honig hergestellt. Wer also einen Ausgleich zum üppigen Osterfrühstück sucht, dem empfehle ich für die Osterwoche Löwenzahn-Smoothies. Als Kur sollte man den Löwenzahn höchstens 3 bis 5 Wochen anwenden. Der Körper gewöhnt sich sonst an die Bitterstoffe und wird desensibilisiert.
Im Moment steht der Löwenzahn in voller Blüte. Für Wilde Grüne Smoothies verwenden wir die jungen Blätter und die honigsüße Blüte (Blütenkopf mit den Fingern abzwicken). An dieser Stelle möchte ich gleich mit einem populären Irrtum aufräumen: die „Milch“ im Löwenzahnstängel ist nicht „giftig“. Vermutlich liegt die Wurzel dieser Anweisung, die wir alle kennen, in dem Drang besorgter Mütter, ihre Kinder davon abzuhalten, sich die Kleidung mit ewigen Flecken zu entwerten …
Löwenzahn wirkt aktivierend auf
- Galle
- Nieren
- Leber
- den Stoffwechsel
weshalb er speziell zum „Body-Shaping“ empfohlen wird.
Die Blätter des Löwenzahns sind von der Kommission E als Arzneipflanze anerkannt.
Wenn ihr jetzt im Frühjahr schnell fit werden wollt, empfehle ich euch täglich eine Hand voll Löwenzahn. Als Suppengrün, im Salat, im Wilden Grünen Smoothie. Guten Appetit!
Buch-Rezension „Wilde Drinks“
Die Mittelbayerische Zeitung war zum Wilde Grüne Smoothie-Testen in der Oedmühle. Und es hat geschmeckt. Die kulinarische Buchbesprechung zu „Wilde Grüne Smoothies“ erschien in der Rubrik Garten. Ernten statt jäten …
Wilde Drinks aus der Oberpfalz
Gabriele Bräutigam aus dem Hirschbachtal ist erfolgreiche Werbetexterin und zertifizierte Kräuterführerin. Jetzt hat sie ein Genießerbuch geschrieben… In ihren Kuhfell-Clogs schlappt Gabriele Bräutigam … weiterlesen
Mittelbayerische Zeitung, von Isolde Stöcker-Gietl, Fotos Gabi Schönberger.
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Flower Power-Smoothie
Ahornblüten-Smoothie und Schlehenblüten-Smoothie schmecken besonders köstlich. Probiert es mal – es ist ganz einfach. Schon 5-10 Blüten in den Smoothie und einige zur Deko – fertig. Ahorn schmeckt süß, grün, baumig nach Nektar – Ahort enthält viel Saccharose, wer kennt nicht den leckeren Ahornsirup. Die Schlehe schmeckt überraschend raffiniert mit einem Hauch Bittermandel.
Heute bin ich in Stuttgart auf der Slow-Food Messe „Markt des guten Geschmacks“. Hier blühen die Bäume und so hab ich mir von der nächsten Wiese und als Topping ein paar Blüten in meinen Frühstücks-Smoothie gezupft.
ZUTATEN:
- 1 Handvoll gemischte Wiesenkräuter: junger Giersch, Löwenzahn, Zaunwicke, Spitzwegerich
- 10 Schlehenblüten
- 1 Bio-Banane, geschält
- 1 Bio-Apfel mit Schale und Kernhaus,
- 1/2 Zitrone, geschält
- 0,1 Liter Wasser
- 1 Handvoll Crushed Ice
Ergibt etwa 0,4 -0,5 Liter.
Wie immer alles in den Mixer: Zuerst die Eiswürfel, dann das weiche Obst, dann die Kräuter. Ca. 20 Sekunden mixen, noch ein paar Blüten darübersteuen – fertig! Welche essbaren Wildpflanzen zur Zeit für deinen Smoothie wachsen findest du im Sammelkalender und in „Wilde Grüne Smoothies“ auf Seite 200. Also, hinaus ins Wilde Grün, genießt die Baumblüte!
Baumblüten
„Wenn ich so eine schöne Pflanze wäre … und die Leute würden mich nur wegen meiner Inhaltsstoffe mögen … ich wäre beleidigt.“
Ramona Fischer, Naturheilpraktikerin
Wer Wildpflanzen allein wegen der Inhaltsstoffe achtet, dem entgeht das Wesentliche: die Lust. Lust ist das treibende Element in unserem Leben. Wenn wir uns so richtig freuen, denken wir nicht an heilsame und aktivierende Endorphine, sondern fühlen – Jippieee! Sind glücklich und vergessen diesen Augenblick nie … Frühlingsgefühle … Baumblüte …
Kurz ist das Baumblütenfest, flüchtig der Genuss, die Geschmäcker sind kostbar. In Japan feiert man den magischen Moment mit dem Hanami. Zu unseren leckersten heimischen Blüten gehören die SCHLEHE (Prunus spinosa) sowie deren domestizierte Verwandten: Die MIRABELLE (Prunus domestica), die SÜSSKIRSCHE (Prunus avium), die SAUERKIRSCHE (Prunus cerasus) und die TRAUBENKIRSCHE (Prunus cerasifera). Alle Blüten von Bäumen, deren Früchte wir essen können, sind ebenfalls essbar.
In der Küche verwenden wir Baumblüten für Sirups, Essenzen, Blütenessige, Schnäpse und zum Aromatisieren Wilder Grüner Smoothies. Besonders gut schmeckt die Kombination mit jungen Wildkräutern wie Giersch und Löwenzahn. Mehr über deren Wirkungsweise erfahrt ihr im Buch „Wilde Grüne Smoothies“.
Inhaltsstoffe: Flavonglykoside, Amygdalin, Cumarinderivate, Gerbstoffe, Säuren, Vitamin C
Eigenschaften: In der Phytotherapie wird die Schlehe angewandt zur Blutreinigung, bei allgemeiner Erschöpfung und ihren Folgeerscheinungen wie Erkältungskrankheiten, unreiner Haut, Magen-Darm-Beschwerden.
- adstringierend
- abführend
- auswurffördernd
- harntreibend
- schweißtreibend
STANDORT: Traubenkirsche (nächste 2 Wochen) in Wildpflanzenhecken und am Waldrand, häufig auch in städtischen Bepflanzungen. Schlehe wild und stachelig an Waldrändern, Kirschen und Mirabellen in Gärten und auf Äckern. Der Ahorn ist ein beliebter, weit verbreiteter Stadtbaum. Die Blüten regnen jetzt massenweise auf die Autodächer. Wenn es so weit ist, sind sie allerdings abgeblüht. Ihr wisst aber, wo ihr das nächste Jahr suchen könnt.
SAMMELN: Baumblüten frisch ernten und sofort essen, verarbeiten – oder trocknen. Man erntet die frisch aufgeblühten Baumblüten: Man erkennt sie an den gefüllten Staubgefäßen und daran, dass die Bienen überall fleißig durch den Baum summen. Es darf vorher 24 Stunden nicht geregnet haben, weil der Nektar sonst ausgewaschen ist, die Baumblüte also kein Aroma hat. Während der Blütezeit (ca. 1 Woche) öffnen sich am Baum täglich neue Blüten.
Ein leckeres „StadtBaumblüten-Smoothie-Rezept aus Berlin findet ihr am Freitag auf „Grüne Smoothies“. Den entsprechenden Wilden Grünen „LandBaumblüten-Smoothie“ bei eurer Herbalista.
… Wildpflanzen-Sammelkalender
Wilde Grüne Smoothies
Mein erster Grüne Smoothie war ein Löwenzahnsmoothie mit Orange und Apfel. Meine Freundin Ramona, eine sehr begabte Heilpraktikerin und Wirbelsäulenflüstererin servierte ihn zu unserer aller Überraschung vor fünf Jahren zum Frühjahrsanfang: So frisch-grün, wie eine prickelnde Dusche von innen hatte ich noch nie ein Getränk geschmeckt. Beschwingt, satt und glücklich radelte ich durch die laue Frühjahrsluft nach Hause. Das Rezept nahm ich sofort in meine „Grüne Lust“ -Frühjahrskurse auf und nanne es „Viriditas“: „Grünkraft“. So definierte bereits Hildegard von Bingen die Lebensenergie, was für Anfang des 12. Jahrhunderts revolutionär war. Denn da kam die Kraft von Gott allein und Grünzeug galt als giftig – eine angesichts der Hygieneverhältnisse durchaus sinnvolle Definition. Heute wissen wir: Chlorophyll ist die einzige, nahezu unerschöpfliche, regenerative Energiequelle.
Wie alles begann… die Geburt des Wilden Grünen Smoothies
Allen, die meinen, Smoothies seien diese pappigen süßen Megadrinks sei gesagt: es geht auch anders. In Berlin gibt es ein Portal „Grüne Smoothies“ die sich ausschließlich mit den grünen Power-Getränken beschäftigen. Wir begegneten uns eher zuällig auf Facebook (wer hätte das gedacht): Sie auf der Suche nach Kräuterführerinnen, ich auf der Suche nach neuen Rezept-Ideen. Über die Grüne Smoothie-Bewegung lernte ich dann den Verleger Hans Nietsch kennen, der mit den Büchern von Viktoria Boutenco die Grüne Smoothie-Bibel nach Europa gebracht hat. Kann das Zufall sein? Kaum. Der Der Wilde Grüne Smoothie war geboren… damit er euch das beste Frühjahr eures Lebens beschert!
Frühlingsanfang
Ackerschachtelhalm (equisetum arvense)
Der ACKERSCHACHTHALM (Equisetum arvense) ist mein Favorit für Schönheit und Anti-Aging. So wenig einladend er aussieht …der Kieselsäure-Booster wirkt kleine Wunder zur allgemeinen Straffung des Gewebes (Krampfadern, Cellulite) für schöne Haut, glänzendes Haar und feste Fingernägel.
Ackerschachtelhalm schmeckt überraschend angenehm, mild und mineralisch süß. Gehört in jeden Ü40-Tee, noch beser als Kaltauszug. In größerer Menge auch als Badezusatz. Wer keine Lust auf Kräutertränke hat, gibt eine Hand voll kleingeschnitten ins Mischgemüse, dem er dann eine angenehm herbfrische Note verleiht.
Inhaltsstoffe:
10 Prozent Kieselsäure (!), Kalium, Magnesium, Flavonoide
Eigenschaften:
• straffend
• entwässernd
• Gewebe festigend
• Immunsystem stärkend
Der Ackerschachtelhalm ist von der Kommission E als Arzneipflanze anerkannt.
STANDORT: Wächst an Böschungen, Wald- und Wiesenrändern im (grundwassernahen) Flachland auf Sand- oder Lehmböden. Etwa 30 Zentimeter hoch.
SAMMELN: Im Frühjahr bis in den Herbst, immer nur die jungen, noch weichen Triebe ernten. Regelmäßiges Abernten (3- bis 4-mal pro Jahr) fördert den Nachtrieb. ACHTUNG! Verwechslungsgefahr mit dem giftigen Sumpf-Schachtelhalm möglich.
Garten-TIPP: Der Kaltauszug (über Nacht in kaltem Wasser eiungeweicht) hilft bei Pflanzen gegen weiße Fliege und Blattläuse. Oleander bevor man Sie im Winter in den Keller stellt einsprühen – und bei Schädlingsbefall wiederholen.
Fachliteratur Wildkräuter
An dieser Stelle sind die Bücher gelistet, mit denen ich (gern) arbeite. Gerade zum Thema Wildkräuter und Ernährung gibt es vieles, was ich persönlich schwierig nachvollziehbar finde, diese Bücher sind hier nicht erwähnt. Ein Blick in meine Bibliothek …
Thema Wildpflanzen | Wildkräuter-Praxis:
Bühring, Ursel: Praxis-Lehrbuch der modernen Heilpflanzenkunde. Sonntag-Verlag, 2. Auflage 2005.
> DAS phytotherapeutische „Grundlagenwerk“ zum Heilen mit Wildpflanzen.
Bühring, Ursel: Lehrbuch Heilpflanzenkunde, Haug-Verlag, 2024.
> Ich schätze die ursprüngliche Ausgabesehr aufgrund ihrer pragmatischen Übersichtlichkeit und praxixorientierten Ausrichtung immer noch sehr. Neubearbeitungen sind häufig umfangreicher aber unbedingt „besser“ …)
Fleischhauer, Steffen Guido; Guthmann, Jürgen; Spiegelberger, Roland: Enzyklopädie Essbare Wildpflanzen. 2000 Pflanzen Mitteleuropas. AT Verlag, 2013.
> DAS „Grundlagenwerk“ zum Thema Essbare Wildpflanzen.
Fleischhauer, Steffen Guido; Guthmann, Jürgen; Spiegelberger, Roland: Essbare Wildpflanzen. 200 Arten bestimmen und verwenden. AT Verlag, 2016.
Bestimmung über Blattformen.
Habermehl, Gerhard G., Hammann, Peter E., Krebs, Hans C., Ternes, W.: Naturstoffchemie. Eine Einführung. Springer Verlag, 20083
Hirsch, Sigrid; Grünberger, Felix: Die Kräuter in meinem Garten. 500 Heilpflanzen. 2000 Anwendungen. Freya Verlag, 2013
> Wild- und Gartenkräuter in der Anwendung mit einem ausführlichen Einblick in Brauchtum und Mythologie
Strassmann, Renato: Baumheilkunde, Heilkraft, Mythos und Magie der Bäume. Knaur MensSana, 2008
> Das Standardwerk zum Spezialthema Bäume in der überlieferten Erfahrungsheilkunde
Phillips, Roger: Wild Food. Macmillan, 1983
> Wild-Food-Rezepte und ihre Geschichte vom englischen Wildkräuter-Pionier. Schätze der britischen Landhausküche, die man sonst in Kochbüchern nicht findet.
Sicard, Mireille: Cueillir et Cuisiner les plantes sauvages. Recettes, conseils et confidences. Édisud, 2011
Sicard, Mireille: Cueillir et Cuisiner les Aromatiques sauvages. Recettes, conseils et confidences. Édisud, 2011
Storl, Wolf-Dieter: Pflanzen der Kelten. AT-Verlag, 2007
Hildegard von Bingen: Heilsame Schöpfung. Die natürliche Wirkkraft der Natur. Physica. Beuroner Kunstverlag, 2012
Thema Ernährung:
Béliveau, Richard Prof. Dr. med.; Gingras, Denis Dr. med.: Krebszellen mögen keine Himbeeren, Nahrungsmittel gegen Krebs. Goldmann, 2019
Boutenko, Viktoria: Grüne Smoothies. Hans Nietsch-Verlag, 2015
(Die „Bibel“ von der Erfinderin der Grünen Smoothies)
Guth Dr. med., Christian; Hickisch, Burkhard: Grüne Smoothies. GU Ratgeber, 20136(Der populäre Ratgeber zum Thema Smoothies – gut um sich einen Überblick zu verschaffen)
Journal culinaire, Kultur und Wissenschaft des Essens. No 12 „Kräuter“. Edition Wurzer & Vilgis, 2011
Paume, Marie-Claude: Grün, wild und schmackhaft. Hans-Nietsch-Verlag, 2011
(Essbare Pflanzen unter Berücksichtigung Rohköstlicher Ernährung)
Robinson, Jo: Eating on the Wild Side. Little Brown and Company, 2013
(So amüsant wie informativ: Historisch-kritische Betrachtung zur qualitativen Veränderung von Nährstoffen von Obst, Gemüse und Wildpflanzen)
Segnit, Niki: The Flavour Thesaurus. Pairings, recipes and ideas for the creative cook. Bloomsbury, 2010
(Der innovative Geschmackskompass für kreative Köche)
Der kleine Souci, Fachmann, Kraut: Lebensmitteltabelle für die Praxis. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, 2011
(DAS Nachschlagewerk der Ernährungsberater zu Daten & Fakten unserer Nahrungsmittel)
Wacker, Sabine; Wacker, Andreas Dr. med.: Basenfasten! Die Wacker-Methode. Trias Verlag, 2011
… zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie:
Giegerenzer, Gerd: Risiko, Wie man die richtigen Entscheidungen trifft. C. Bertelsmann Verlag, 2013
(Statistische Bewertung von Krebs, Seuchen, Aktien und Fuchsbandwurm)
Die Literaturliste wird regelmäßig ergänzt.







