Smoothie Genuss-Tipps

Wilde Grüne Smoothies trinken Sie am besten morgens. Warten Sie, bis Sie ein wenig Hunger haben. Das ist das Signal, dass ihr Körper aufnahmebereit ist für die wertvollen Nährstoffe, die ihm der Smoothie zur Verfügung stellt.

Beginnen Sie mit einem Wildkräuteranteil von etwa 20 Prozent in ihrem Wilden Grünen Smoothie. Denn wie bereits eingangs erwähnt: Wildkräuter überbieten Salat und Gemüse an Chlorophyll, Vitaminen und Mineralien um das bis zu 23-Fache. Hier gilt: Weniger ist mehr!

Das gilt auch für den Wasseranteil: Üblicherweise mixt man grüne Smoothies mit ½ Liter Wasser oder mehr. Doch Wildkräuter sind nicht nur erheblich reicher an Inhaltsstoffen, sondern auch an robusten Pflanzenfasern. Diese stellen einerseits wertvolle Ballaststoffe dar, andererseits klumpen sie im Mixer leicht zusammen und bilden eine „Suspension“, wie der Chemiker sagen würde. Damit Ihr Wilder Grüner Smoothie eine schöne seidig-glatte Konsistenz bekommt, empfiehlt es sich, wie auch in den Rezepten vorgeschlagen, weniger Wasser und dafür 1 Handvoll Crushed Ice in den Mixer zu geben. Trinken Sie das Wasser (empfehlenswert ist etwa 1 Liter) dann entspannt anschließend im Laufe des Vormittags, denn Wildkräuter aktivieren den Stoffwechsel und durch das Wasser werden etwa freigesetzte Schadstoffe schnell ausgeleitet.

Und zum Schluss noch ein Tipp: Nehmen Sie sich Zeit, Ihren Wildkräuter-Smoothie Schluck für Schluck mit allen Sinnen zu genießen. Die Aufnahme der wertvollen pflanzlichen Inhaltsstoffe beginnt bereits im Mund. Gönnen Sie Ihrem Körper eine gewisse Regelmäßigkeit. Wenn Sie morgens wenig Zeit haben, nehmen Sie Ihren Wildkräuter-Smoothie mit und trinken ihn vormittags bei der Arbeit. Auf diese Weise fällt es am leichtesten, die Kontinuität aufzubauen, für die Ihr Körper Sie belohnen wird.

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„Frühlingsfit“ Spitzwegerich-Apfel-Smoothie

Spitzwegerich-Smoothie

Grün mit versteckten Champignon- und Waldaromen. Durch seine sinnliche Struktur wirkt er angenehm sättigend und gibt deinem Körper das befriedigende Gefühl, rundum gut versorgt zu sein. Dem verschnupften, womöglich von einem zähen Restwinterhusten Genießer sei dieser leckere Grüne Smoothie empfohlen. Der Spitzwegerich wirkt kleine Wunder, wenn es darum geht, die Bronchien wieder flott zu bekommen. Dazu muss man ihn keineswegs als pappigen Hustensaft löffeln, mann kann auch einfach 3-4 Blättchen in den Salat schneiden oder in die Suppe geben (selbst erhitzen ist kein Problem, es geht nicht um die Vitamine sondern um die Schleimstoffe) oder eben schnell einen leckeren Wilden Grünen Smoothie daraus mixen.

ZUTATEN:

• 1 Handvoll Spitzwegerich
• 1 Apfel (säuerlich)
• ½ Banane
• 3 (Innen-)Blätter vom Wirsing
• 1 Schälgurke (oder ½ Salatgurke)
• 0,1 Liter Wasser
• 1 Handvoll Crushed Ice

Ergibt etwa 0,5 Liter.

ZUBEREITUNG:
Spitzwegerich und Wirsingblätter waschen und grob in Stücke schneiden. Apfel waschen und vierteln, dabei Blüte und Stiel entfernen; Kerngehäuse mitverwenden. Banane schälen und grob zerteilen. Gurke waschen und ungeschält grob in Stücke schneiden. Wasser und Crushed Ice in den Mixer füllen. Gurke, Banane, Apfel und Wegerich dazugeben. Mixdauer ca. 30 bis 40 Sekunden im Hochleistungsmixer, für den Küchenmixer Kerngehäuse des Apfels entfernen und Zutaten vorschneiden. Zum Würzen mit Fleur de Sel (noch besser: mit Andensalz) abschmecken.

Guten Appetit!

Rezept aus: „Wilde Grüne Smoothies“. 50 Wildkräuter – 50 Rezepte. Hans Nietsch-Verlag. 3. Auflage 2014

Reinheitsgebot

Das Reinheitsgebot

Wildkräuter-Smoothies unterliegen dem „Reinheitsgebot“. Warum? Der Körper tut sich so einfach am leichtesten, die Vielfalt an Phytonährstoffen schnell aufzunehmen, wenn er sich darauf konzentriert. Darum: Bitte kein tierisches Eiweiß, keine Süßungsmittel, keine extrahierten Fette oder stärkehaltigen Knollen zusätzlich verwenden.

Liste der Zutatenliste

Wildpflanzen: Blätter, Triebe, Samen (keine stärkehaltigen) Wurzeln

Reife (!) Bio-Früchte aller Art: Äpfel, Bananen, Birnen, Erdbeeren, Granatäpfel, Heidelbeeren, Himbeeren, Johannisbeeren, Kiwi, Mango, Melonen, Passionsfrüchte, Stachelbeeren, Weintrauben, Zwetschgen … Reif ((farbig)) müssen die Früchte sein, da sie nur dann alle Inhaltsstoffe in ihrer Fülle enthalten. Unreife Früchte verursachen Blähungen.

Gemüsefrüchte: Avocados, Fenchel, Gurken, Kürbisse, Tomaten, Zucchini …

Blattgrün & Triebe: Dinkel-, Gersten- und Weizengras, Grünkohl, junge Triebe der Bäume, Kohl & Wirsing, Kohlrabiblätter, Mairübchenblätter, Möhrenblätter, Radieschen- und Rettichblätter, Spargel, Spinat, Sprossen …

Flüssigkeit: Wasser, Kaltauszüge von Pflanzen (z. B. Hibiskus)

Blüten: nach Wirkung und Geschmack

Samen: Leinsamen, Senfsamen, Sesam, Hanfsamen …

Gewürze: Chili, Ingwer, Muskatblüte, Kümmel, Pfeffer … Fantasie ist erlaubt, Und: Bitte nur 1 Prise Salz. Besonders raffiniert finde ich die Kombination mit den „Hildegard-Gewürzen“ Galgant, Bertram und Cubebenpfeffer.

Pflanzliche Fette: Zum Aufschlüsseln von Provitamin A braucht der Körper etwas Fett. Am leichtesten verdaulich sind eingebundene Fette. Geben Sie also z. B. ein Stück Avocado oder etwas eingeweichte Leinsamen in Ihren Smoothie. Inzwischen wurde festgestellt, dass auch winzige Mengen Fett ausreichen.

Das darf auf keinen Fall hinein! 

Geben Sie niemals Gekochtes, tierisches Eiweiß (Milch, Joghurt), vorverarbeitete Produkte wie Sojamilch oder Hafermilch, Öl oder Nussmuse in Ihren wilden grünen Drink. Einmal am Tag gönnen Sie sich reinen Naturgenuss. Das entspannt Ihren Körper und öffnet die Sinne.

Wilde Grüne Smoothies sind
100 Prozent Natur. Sie sind vegan und (roh)köstlich.

Pflanzen-Bestimmungsbücher

In Wald und Wiese haben sich meiner Erfahrung nach diese  2 Pflanzen-Bestimmungsbücher besonders bewährt: durch übersichtlichkeit und wissenschaftliche Kompetenz

Pflanzenbestimmung nach Blattformen:

Fleischhauer, Steffen Guido; Guthmann, Jürgen; Spiegelberger, Roland:
Essbare Wildpflanzen, 200 Arten bestimmen und verwenden

Alle Pflanzen werden mit Fotos dargestellt, das Register ermöglich die Suche nach deutschem und botanischem Namen. Sehr sorgfältig beschrieben: Standort, Erntezeit, essbare Pflanzenteile, Verwendung in Küche und Hausapotheke. AT Verlag Baden und München 2007

Pflanzenbestimmung nach Blütenfarben:

Schauer, Thomas Dr.; Caspari, Claus:
Der BLV Pflanzenführer für unterwegs 1150 Blumen, Gräser, Bäume und Sträucher

Exakte botanische Beschreibung, Sortierung nach Blütenfarben. Das macht es dem Laien leicht, über die Optik ihm völlig unbekannte Pflanzen zu identifizieren. Alle Pflanzen werden durch Illustarionen dargestellt, auf diese Weise sind die typischen Pflanzenmerkmale besonders gut erkennbar. Das Register ermöglicht zusätzlich die Suche nach deutschem und botanischem Namen. Robuste Ausstattung mit Schutzumschlag –  zum Mitnehmen im Rucksack geeignet! BLV Buchverlag 2008

Heimische Superfoods

Warum sind Wildkräuter für uns so gesund? Viele Menschen glauben: „Ich lebe gesund, ich esse doch viel Salat.“ Was sie nicht wissen: unseren Kulturpflanzen ist ein Großteil der lebensnotwenigen Phytonährstoffe aberzogen.

Warum? Geballte Vitalstoffe schmecken rein, roh, wild, intensiv. Viele Wildkräuter sind Heilkräuter. Der Geschmack signalisiert uns: „Weniger ist mehr“. Aber wie erkenne ich, welche Dosis für mich die richtige ist?

Indem wir unserem Geschmackssinn vertrauen. Eines der Schlüsselerlebnissse jeder Kräuterführung ist, wenn wir ein Blatt kosten. Der eine sagt erstaunt „Schmeckt gut …!“, der nächste „Ist das bitter, das kann man ja nicht essen…“. Beide haben recht. Beide haben einen eigenen Stoffwechsel, und ihr Geschmackssinn sagt ihnen, ob und wie viele Bitterstoffe gut für sie sind.

Dein ganz individueller Geschmack zählt. Deshalb sind auch alle Rezepte mit Wildkräutern ausdrücklich nur Empfehlungen. Dein Körper sagt dir, was dir gut tut (das dringende Bedürfnis nach einer Gummibärchen-Diät einmal ausgeschlossen). Beginne langsam. Mit der Zeit kannst du den Wildkräuteranteil in deiner Ernährung oder deinen Grünen Smoothies steigern.

Um einen zu starken Gewöhnungs-Effekt bezüglich der Inhaltsstoffe zu vermeiden, empfiehlt es sich, die Zusammensetzung etwa alle 4 Wochen zu ändern. Viele Wildkräuter sind Heilpflanzen, die durch Gewöhnung ihre Wirksamkeit auf deinen Organismus verlieren. Durch das Wechseln beugst du auch einer einseitigen Ernährung vor.

Die Idee der Kräuterkunde liegt darin, dem Körper einen Impuls zu geben, der seine Selbstheilungskräfte aktiviert.

Kulinarisch übersetzt in unsere heimische Pflanzenwelt heißt das: Bitterstoffe. Und eine gewisse Zähigkeit. Wildpflanzen sind Survival-Experten. Sie setzen sich auch unter schwierigen Bedingungen durch. Sie sind zäh. Auch zwischen den Zähnen. Weshalb man sie zwar wunderbar im  frühen Frühjahr genießen kann. Mit dem Fortschreiten des Jahres braucht es allerdings Erfahrung in der Zubereitung. Darum geht es in meinen Rezepten.

Im Vergleich: Wildpflanzen sind an Inhaltsstoffen weit überlegen

Kulturpflanzen sind auf den ersten Blick ertragreicher. Setzt man allerdings die Masse ins Verhältnis zu den Inhaltsstoffen, kommt man schon wieder zu ganz anderen Ergebnissen.

Beispiel Brennessel und Spinat. Hier gibt es in unserer Ernährung eine kulinarische Schnittmenge: den Brennesselspinat. Doch die Große Brennessel enthält auf 100 g frisches Blattwerk 185 mg Chlorophyll a und 173 mg Chlorophyll b. Spinat kommt dagegen kommt nur auf 95 mg Chlorophyll a und 20 mg Chlorophyll b, ein Bruchteil der Menge. Ich müsste also die 8-fache Menge Spinat essen. Oder in meinen Smoothie mixen und den gleichen Anteil von Chlorophyll b  aufzunehmen.

Chlorophyll b ist ausgeprägt gelbgrün, weshalb auch die meisten Grünen Smoothies naturgemäß eher diese Farbe haben. Also keine Scheu wenn euer Smoothie leicht bräunlich ist – ihr habt das richtig gemacht.  Abbildungen in saften Mint-Tönen, wie man sie häufig in Zeitschriften findet, sind meist das Werk von Fotostudios. Ein echter Power-Smoothie überzeugt innere Werte.

Wenn wir uns effektiv mit „Vitalstoffen“ (d.h. Vitamine, Mineralstoffe, Enzyme) versorgen wollen, ist die Brennnessel unser wertvollstes heimisches Power-Food.

Brennnessel-Flammkuchen

Wir lieben das Elsass. Dort gibt es fantastische Flammkuchen, das Nationalgericht. Jeder variiert sie nach Geschmack, so wie es sich für echte Hausrezepte gehört – und so überraschten wir unsere Elsässischen Gastgeber Pierre und Veronique (zauberhafte Ferienwohnung mit sehr schönem kräuterreichen Selbstversorgergarten) mit leckerem Brennnessel-Flammkuchen à la Herbalista.

Rezept: Brennnessel-Flammkuchen mit Salbeiblüten

Zutaten: (für ca. 4-6 Personen)

  • Flammkuchen-Teig:
  • 750 g Mehl (1/2 normales Mehl, 1/2 doppelgriffiges oder Spätzlemehl)
  • 375 ml Wasser
  • 1/4 Würfel Hefe
  • 1 Prise Zucker, Salz
  • Flammkuchen-Belag:
  • 1 Becher Creme fraiche
  • 1 Becher Schwand
  • 1 große Schüssel Brennnnesselblätter (nach Sonnwend auch Brennnesselsamen)
  • 2-3 fein gewürfelte Zwiebeln
  • 1 EL Olivenöl
  • Meersalz, schwarze Pfefferkörner, nach Gusto Salbeiblüten und Roter Pfeffer.

So gelingt dein Hefeteig garantiert:
1. Lass dem Hefeteig Zeit zum Gehen: ca. 12-24 Stunden.
2. Behandle ihn mit Fingerspitzengefühl! Ein guter Hefeteig muss sich vor dem Backen seidig-glatt anfühlen wie ein „Babypopo“.
3. Ansatz Mehl : Wasser = 2 : 1

Zubereitung:
1/ VORTEIG ist Vorfreude! Abend vorher Hefe zerbröseln und mit etwas handwarmem Wasser und etwas Zucker 5 Minuten zerfallen lassen. Das restliche lauwarme Wasser zugeben, dann ca. 50% des gesiebten Mehls einrühren und mit einem Handtuch abgedeckt in einer großen Schüssel über Nacht an einem warmen Ort gehen lassen. Der Teig ist sehr flüssig.

2/ TEIG: Am Morgen das restliche Mehl einrühren und gut verkneten. Durch das Kneten entsteht eine glatte, elastische Konsistenz, die nur ganz wenig am Schüsselrand klebt. An einem warmen Ort gehen lassen… Man kann mittags den aufgegangenen Teig noch einmal kräftig durchkneten. Je öfter man das macht, desto feiner wird er.

3/ Eine halbe Stunde vor dem Flammofenfest den Teig auf Konsistenz bringen, d.h. so lange esslöffelweise Mehl zugeben, bis er „glatt wie ein Babypopo ist und sich von selbst von der Schüssel löst“. So hat es meine Oma beschrieben. Da die Mehlzugabe je nach Mehl und Luftfeuchtigkeit stark variieren kann, gibt es keine genauen Grammangaben für dieses Gefühl.

4/ Zwiebeln in feine Würfel hacken (ca. 5 mm). Brennnesselblätter abstängeln, blanchieren, ausdrücken, fein hacken, salzen, pfeffern und mit 1 EL Olivenöl geschmeidig vermischen. Wenn es schon Brennnesselsamen gibt, diese einarbeiten. Creme Fraiche und Schwand in einer Schüssel verrühren und ebenfalls mit Salz und Pfeffer abschmecken (ich mach‘ das lieber zu Schluss vor dem Servieren). Alle Einzelkomponenten in hübsche Servierschüsseln geben und vor dem Flammkuchenofen zum Selbstbelegen aufstellen.

5/ Für den Flannkuchen nimmt man ein schneeballgroßes Stück Teig und walzt es auf bemehltem (!) Untergrund aus. Wenn es ca. 1 cm dick ist zieht man es mit den Fingern weiter aus, bis der Fladen höchstens 0,5 cm dick ist. Dann bestreicht man ihn dünn mit der Creme Fraiche-Mischung, verteilt nach Geschmack Zwiebeln und Brennnessel darauf.

6/ Im Flammkuchenofen oder bei 250°C im Rohr (vorheizen) auf einem heißen Schamottestein (Pizzastein) backen. Dauert über echtem Feuer ca. 5 Minuten, im Backofen ca. 15 Minuten.

7/ Mit frisch gestossenem Meersalz und Pfeffer würzen sowie mit Salbeiblüten und Rotem Pfeffer oder etwas anderen (mediterranen, kräftige ätherische Öle haltigen Kräutern – was die Landschaft so hergibt) bestreuen.

Guten Appetit!

Links-Tipps: –> Warum ist die Brennnessel so gesund?
–> Brennnessel-Blanchierwasser als Schönheit-Tonikum!