Flower Power-Smoothie

Ahornblüten-Smoothie und Schlehenblüten-Smoothie schmecken besonders köstlich. Probiert es mal – es ist ganz einfach. Schon 5-10 Blüten in den Smoothie und einige zur Deko – fertig. Ahorn schmeckt süß, grün, baumig nach Nektar – Ahort enthält viel Saccharose, wer kennt nicht den leckeren Ahornsirup. Die Schlehe schmeckt überraschend raffiniert mit einem Hauch Bittermandel.

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Heute bin ich in Stuttgart auf der Slow-Food Messe „Markt des guten Geschmacks“. Hier blühen die Bäume und so hab ich mir von der nächsten Wiese und als Topping ein paar Blüten in meinen Frühstücks-Smoothie gezupft.

ZUTATEN:

  • 1 Handvoll gemischte Wiesenkräuter: junger Giersch, Löwenzahn, Zaunwicke, Spitzwegerich
  • 10 Schlehenblüten
  • 1 Bio-Banane, geschält
  • 1 Bio-Apfel mit Schale und Kernhaus,
  • 1/2 Zitrone, geschält
  • 0,1 Liter Wasser
  • 1 Handvoll Crushed Ice

Ergibt etwa 0,4 -0,5 Liter.

Wie immer alles in den Mixer: Zuerst die Eiswürfel, dann das weiche Obst, dann die Kräuter. Ca. 20 Sekunden mixen, noch ein paar Blüten darübersteuen – fertig! Welche  essbaren Wildpflanzen zur Zeit für deinen Smoothie wachsen findest du im Sammelkalender und in „Wilde Grüne Smoothies“ auf Seite 200. Also, hinaus ins Wilde Grün, genießt die Baumblüte!

 

Bach-Ehrenpreis (Veronica beccabunga) • Detox

Das BACH-EHRENPREIS (Veronica beccabunga, auch Bachbunge genannt) ist besonders vitaminreich und hervorragend als vitaminreiches Wintergrün im Grünen Smoothie oder Salat und für die Frühjahrskur geeignet. Es gleicht Ernährungsdefizite eines langen Winters auf leckere Weise aus: „Trinkt Ehrenpreis und Biberbell, so sterbet ihr Bild1_Suchbild_Januar_Vorkommen_Bachbungenit so schnell,“ lehren die alten Kräuterbücher. Die Bachbunge wächst an gleicher Stelle wie die Brunnenkresse und wird öfter als eine solche verkauft, was wiederum die Feinschmecker regelmäßig verärgert: denn sie schmeckt etwas bitterer, die Blätter sind größer und fester. Was aber ihrer Bedeutung für Frühlingssalate und Wilde Grüne Smoothies keinen Abbruch tut. Wer  seinem Cholesterinspiegel etwas Gutes tun will, verwendet die jungen Triebe frisch im Smoothie. Sie schmecken grün, leicht kresseartig und sind reich an Bitterstoffen: für Salate, fein gehackt über Gemüse, in Kräutersaucen und Pesto geeignet.

Inhaltsstoffe: Bitterstoffe, Gerbstoffe, Glycoside, Flavonoide

Eigenschaften: Bach-Ehrenpreis hilft beim Entgiften und Entschlacken

• blutreinigend
• entwässernd
• entgiftend
• Cholesterinspiegel senkend

STANDORT: Gedeiht am Rand fließender, nährstoffreicher Gewässer. SAMMELN: Junge, knackige Triebe vor der Blüte und den frischen Austrieb im Herbst bis zum Frost ernten. Dazwischen macht das Bach-Ehrenpreis Sommerpause.
ACHTUNG! Vor allem in Österreich warnt man davor, an oder direkt unter Viehweiden zu ernten, wegen der Gefahr von Leberegeln. Direkt auf Viehweiden ernten sollte man aber sowieso nie und gut waschen macht immer Sinn.

Link-Tipp Rezepte:
->Wilde Grüne Smoothies, 4. Auflage Hans-Nitsch-Verlag, 208 Seiten

„Frühlingsfit“ Spitzwegerich-Apfel-Smoothie

Spitzwegerich-Smoothie

Grün mit versteckten Champignon- und Waldaromen. Durch seine sinnliche Struktur wirkt er angenehm sättigend und gibt deinem Körper das befriedigende Gefühl, rundum gut versorgt zu sein. Dem verschnupften, womöglich von einem zähen Restwinterhusten Genießer sei dieser leckere Grüne Smoothie empfohlen. Der Spitzwegerich wirkt kleine Wunder, wenn es darum geht, die Bronchien wieder flott zu bekommen. Dazu muss man ihn keineswegs als pappigen Hustensaft löffeln, mann kann auch einfach 3-4 Blättchen in den Salat schneiden oder in die Suppe geben (selbst erhitzen ist kein Problem, es geht nicht um die Vitamine sondern um die Schleimstoffe) oder eben schnell einen leckeren Wilden Grünen Smoothie daraus mixen.

ZUTATEN:

• 1 Handvoll Spitzwegerich
• 1 Apfel (säuerlich)
• ½ Banane
• 3 (Innen-)Blätter vom Wirsing
• 1 Schälgurke (oder ½ Salatgurke)
• 0,1 Liter Wasser
• 1 Handvoll Crushed Ice

Ergibt etwa 0,5 Liter.

ZUBEREITUNG:
Spitzwegerich und Wirsingblätter waschen und grob in Stücke schneiden. Apfel waschen und vierteln, dabei Blüte und Stiel entfernen; Kerngehäuse mitverwenden. Banane schälen und grob zerteilen. Gurke waschen und ungeschält grob in Stücke schneiden. Wasser und Crushed Ice in den Mixer füllen. Gurke, Banane, Apfel und Wegerich dazugeben. Mixdauer ca. 30 bis 40 Sekunden im Hochleistungsmixer, für den Küchenmixer Kerngehäuse des Apfels entfernen und Zutaten vorschneiden. Zum Würzen mit Fleur de Sel (noch besser: mit Andensalz) abschmecken.

Guten Appetit!

Rezept aus: „Wilde Grüne Smoothies“. 50 Wildkräuter – 50 Rezepte. Hans Nietsch-Verlag. 3. Auflage 2014

Heimische Superfoods

Warum sind Wildkräuter für uns so gesund? Viele Menschen glauben: „Ich lebe gesund, ich esse doch viel Salat.“ Was sie nicht wissen: unseren Kulturpflanzen ist ein Großteil der lebensnotwenigen Phytonährstoffe aberzogen.

Warum? Geballte Vitalstoffe schmecken rein, roh, wild, intensiv. Viele Wildkräuter sind Heilkräuter. Der Geschmack signalisiert uns: „Weniger ist mehr“. Aber wie erkenne ich, welche Dosis für mich die richtige ist?

Indem wir unserem Geschmackssinn vertrauen. Eines der Schlüsselerlebnissse jeder Kräuterführung ist, wenn wir ein Blatt kosten. Der eine sagt erstaunt „Schmeckt gut …!“, der nächste „Ist das bitter, das kann man ja nicht essen…“. Beide haben recht. Beide haben einen eigenen Stoffwechsel, und ihr Geschmackssinn sagt ihnen, ob und wie viele Bitterstoffe gut für sie sind.

Dein ganz individueller Geschmack zählt. Deshalb sind auch alle Rezepte mit Wildkräutern ausdrücklich nur Empfehlungen. Dein Körper sagt dir, was dir gut tut (das dringende Bedürfnis nach einer Gummibärchen-Diät einmal ausgeschlossen). Beginne langsam. Mit der Zeit kannst du den Wildkräuteranteil in deiner Ernährung oder deinen Grünen Smoothies steigern.

Um einen zu starken Gewöhnungs-Effekt bezüglich der Inhaltsstoffe zu vermeiden, empfiehlt es sich, die Zusammensetzung etwa alle 4 Wochen zu ändern. Viele Wildkräuter sind Heilpflanzen, die durch Gewöhnung ihre Wirksamkeit auf deinen Organismus verlieren. Durch das Wechseln beugst du auch einer einseitigen Ernährung vor.

Die Idee der Kräuterkunde liegt darin, dem Körper einen Impuls zu geben, der seine Selbstheilungskräfte aktiviert.

Kulinarisch übersetzt in unsere heimische Pflanzenwelt heißt das: Bitterstoffe. Und eine gewisse Zähigkeit. Wildpflanzen sind Survival-Experten. Sie setzen sich auch unter schwierigen Bedingungen durch. Sie sind zäh. Auch zwischen den Zähnen. Weshalb man sie zwar wunderbar im  frühen Frühjahr genießen kann. Mit dem Fortschreiten des Jahres braucht es allerdings Erfahrung in der Zubereitung. Darum geht es in meinen Rezepten.

Im Vergleich: Wildpflanzen sind an Inhaltsstoffen weit überlegen

Kulturpflanzen sind auf den ersten Blick ertragreicher. Setzt man allerdings die Masse ins Verhältnis zu den Inhaltsstoffen, kommt man schon wieder zu ganz anderen Ergebnissen.

Beispiel Brennessel und Spinat. Hier gibt es in unserer Ernährung eine kulinarische Schnittmenge: den Brennesselspinat. Doch die Große Brennessel enthält auf 100 g frisches Blattwerk 185 mg Chlorophyll a und 173 mg Chlorophyll b. Spinat kommt dagegen kommt nur auf 95 mg Chlorophyll a und 20 mg Chlorophyll b, ein Bruchteil der Menge. Ich müsste also die 8-fache Menge Spinat essen. Oder in meinen Smoothie mixen und den gleichen Anteil von Chlorophyll b  aufzunehmen.

Chlorophyll b ist ausgeprägt gelbgrün, weshalb auch die meisten Grünen Smoothies naturgemäß eher diese Farbe haben. Also keine Scheu wenn euer Smoothie leicht bräunlich ist – ihr habt das richtig gemacht.  Abbildungen in saften Mint-Tönen, wie man sie häufig in Zeitschriften findet, sind meist das Werk von Fotostudios. Ein echter Power-Smoothie überzeugt innere Werte.

Wenn wir uns effektiv mit „Vitalstoffen“ (d.h. Vitamine, Mineralstoffe, Enzyme) versorgen wollen, ist die Brennnessel unser wertvollstes heimisches Power-Food.