Frauenpower-Smoothie

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Körper und Seele in Balance – Frauenmantel, Gänsefingerkraut und Schafgarbe sind das Dreigestirn der Frauenkräuter. Das weibliche Wohlbefinden ist zyklisch geprägt, und die Kräuter werden traditionell genutzt, um hormonelle Übergangsphasen und monatliche Unstimmigkeiten auszubalancieren. Diese Power schmeckt wunderbar süß, seidig-glatt und macht zufrieden.

ZUTATEN:

1 Handvoll Frauenkräuter: ca. je 5 Blättchen Frauenmantel, Gänsefingerkraut und Schafgarbe. 1 Banane. ¼ Salatgurke. 4 bis 5 Salatblätter (nach Saison.) 0,1 Liter Wasser. 1 Handvoll Crushed Ice. Ergibt etwa 0,4 Liter.

ZUBEREITUNG:

• Kräuter und Salat waschen
• Gurke waschen, mit Schale grob in Stücke schneiden
• Banane schälen und grob zerteilen
• Wasser und Crushed Ice in den Mixer füllen
• Banane, Gurke, Salatblätter und Kräuter dazugeben. Mixen.

Tipp: Für die rohköstliche Ernährung im Winter je 1 Prise getrocknete Schafgarbe, Frauenmantel und Gänsefingerkraut in Wasser einweichen, über Nacht ziehen lassen und mitmixen. Ansonsten getrocknete Kräuter als Tee aufbrühen, erkalten lassen und statt Wasser in den Mixer geben.

Guten Appetit bei dieser kleinen Kostprobe aus meinem Buch „Wilde Grüne Smoothies“, erschienen im Hans-Nietsch-Verlag. Foto © Sammy Hart.

Sauerampfer

Der (Wiesen-)SAUERAMPFER (Rumex acetosa) ist der Vitamin-C-Lieferant – Frühlingsfitness von innen. Schon ein paar Blättchen verleihen Grünen Smoothies die Frische von Limetten. Der Sauerampfer wird er seit jeher gern zu Sauerampfersuppe und Grünen Kräutersaucen verarbeitet. Hervorragend schmeckt der Vitamin-Booster auch als Erfrischungsgetränk, indem man den Presssaft mit Wasser verdünnt. Der Sauerampfer hat die aktivierenden Eigenschaften eines typischen Frühlingskrauts:

  • blutreinigend
  • harntreibend
  • das Immunsystem stärkend

Wir finden die lanzettförmigen Blätter mit den typischen „Flossen“ am Ansatz  in erntefreundlich üppigen Mengen auf nährstoffreichen, feuchten Wiesen. Beste Erntezeit sind April und Mai. Danach wächst er langsamer, die Blätter sind fester, er ist aber ist aber weiterhin püriert (Smoothies, Suppen, Saucen) gut verwendbar.

Die Pflanze ist robust, 3- bis 4-maliges Abernten fördert den Austrieb frischer Blätter. Sauerampfer enthält zwar viel Oxalsäure, jedoch kaum mehr als Rhabarber, Mangold oder Spinat, außerdem Eiweiß, Flavonoide und viel Vitamin C.

ACHTUNG! Wegen des hohen Oxalsäuregehalts roh (Salat, Smoothie) höchstens 1 Handvoll verzehren. Am liebsten mag ich ihn wild-frisch im Wildkräuter-Smoothie – oder das ganze eiskalt als Sauerampfer-Sorbet mit Gundermann.

 

 

Chlorophyll – Vitalstoff Nr.1

Blattgrün ist einer der hochwertigsten Energieträger, die uns zur Verfügung stehen. Im Blatt wandelt sich Licht in ein Lebensmittel um. Wildpflanzen sind besonders reich an konzentriertem Chlorophyll. Sie erkennen das am intensiven Grünton und dem aus Blattgrüngeprägt „günen“ Geschmack, der sich aus dem Zusammenspiel verschiedener sekundärer Pflanzenstoffe ergibt. Jede Pflanze weist hier eine spezifische, unverwechselbare Zusammensetzung auf. Die Pharmazie hat sich darauf spezialisiert, einzelne, besonders wirksame zu isolieren und synthetisch herzustellen. Mittlerweile mehrt sich allerdings die Einsicht, dass die Wirksamkeit sich erst durch das Zusammenspiel der Inhaltsstoffe ergibt. Dieses ist kaum erforscht und nahezu unmöglich nachzubauen. Man bekommt aber das Original auf Wald und Wiese. Und zwar kostenlos.

kraeuterwanderung_042015_4190189In Wildkräutern liegen die Pflanzenstoffe konzentriert vor. Sie schmecken ungewohnt intensiv, sind besonders reich an Blattgrün und je nach Pflanze an Scharf- und Bitterstoffen, ätherischen Ölen, Flavonoiden, Carotinoiden, Cumarinen, Gerbstoffen, Saponinen, Senfglycosiden. Diese Inhaltsstoffe werden in der Küche wegen ihrem Geschmack und in der Naturheilkunde wegen ihrer Wirkung geschätzt. Rezept und Rezept.

Ein Großteil der pflanzlichen Inhaltsstoffe ist in die Blattstruktur eingeschlossen wie in einem Safe. Wir müssten extrem lange kauen, um sie verfügbar zu machen. Herkömmliche Küchentechniken richten sich darum immer darauf, das wilde Grün zu zähmen: durch kochen, blanchieren, einlegen. Dabei geht jedoch durch Hitze und Dauer der Zubereitung leider ein Großteil der wertvollen Pflanzenstoffe und Vitamine verloren. In dieser Hinsicht sind Hochleistungsmixer eine Revolution. Sie können die feste Zellstruktur der Pflanzen aufzubrechen, und die Inhaltsstoffe nahezu komplett zur Verfügung zu stellen. Ohne sie in ihrer Wirkung zu beieinträchtigen, wie dies bei der Zubereitung durch Kochen oder Braten der Fall ist. Dies macht gerade die Wilden Grünen Smoothies zu einem besonders wertvollen Beitrag zur gesunden Ernährung. Schon ein Glas am Tag – statt einem Frühstück genossen, kann Ihre persönliche Nährstoffversorgung innerhalb von 6 Wochen grundlegend verbessern. Das Ergebnis ist sichtbar und fühlbar: Durch mehr Energie und Lebensfreude, Müdigkeit verfliegt, das Gewicht nähert sich langsam dem Idealgewicht, Haut und Haar bekommen mehr Spannkraft.

Taubnessel

Taubnessel

TAUBNESSELN (Lamium) sind eine wilde Entdeckung … Goldnessel, Gefleckte Taubnessel und Weiße Taubnessel. Kinder saugen am liebsten den honigsüßen Nektar aus den Blüten. Absolut überraschend aber schmeckt das Blattgrün: die Goldnessel blumig-aromatisch, die Gefleckte (rote) Taubnessel waldig mit Champignonnote, die Weiße Taubnessel nesselig-süß. Welche euch am besten schmeckt, das müsst ihr selbst herausfinden – hier gehen die Geschmäcker auseinander. Taubnesseln eignen sich hervorragend um Grüne Smoothies, Limonaden oder Drinks zu aromatisieren, schmecken köstlich in gehackten Kräutern über Suppen und Gemüse, in Salaten oder Kräutersaucen.

Die Taubnessel ist eine „Gute-Laune-Pflanze“. „Wer sie genießt, lacht gern, denn ihre Wärme, die auf die Milz einwirkt, erheitert das Herz“, schreibt schon Hildegard von Bingen. Auch in Schweden sagt man der Taubnessel traditionell eine gemütsaufhellende Wirkung nach. Taubnesseln enthalten Ätherisches Öl, Bitterstoffe, Gerbstoffe – ideal also, um das Immunsystem in Schwung zu bringen.

Die Taubnessel wird traditionell eingesetzt zur Behandlung von

  • Hautkrankheiten
  • Entzündungen der Mundschleimhaut

Die Weiße Taubnessel (Blüte) ist von der Kommission E als Arzneipflanze anerkannt.

Wenn ihr die Taubnessel erst einmal für euch entdeckt habt, werdet ihr feststellen, dass sie von März bis November unermüdlich blüht. Im vergangenen Winter hat meine Taubnessel sogar „durchgemacht“, bis auf 3 Wochen im Januar. Mehr Pflanzen-Information in „Wilde Grüne Smoothies“. Auch Pflücken macht Freude: Die Taubnessel brennt nicht …

Löwenzahn

 

Mach' es wie die Hummel ...  Den honigsüßen Nektar enthält die Blüte, solange man die Staubgefässe sieht ...

Mach‘ es wie die Hummel … Den honigsüßen Nektar enthält die Blüte, solange man die Staubgefässe sieht …

Löwenzahn (Taraxacum officinale) ist die No.1 der Kräuter, um im Frühling schnell in Form zu kommen. Löwenzahn enthält 5-mal so viel Eiweiß, 8-mal so viel Vitamin C und doppelt so viel Kalium (bis zu 4,5 Prozent), Magnesium und Phosphor wie Kopfsalat.

Seine sanften Bitterstoffe (Amara) können den Stoffwechsel aktivieren, beseitigen Völlegefühl, verbessern die Nährstoffaufnahme des Körpers und die Muskelspannung. In Italien und Frankreich gilt Löwenzahnsalat als Delikatesse und wird als Gemüse oder Gemüsesalat verarbeitet. In England werden aus den Blüten Löwenzahnwein, -sirup und -honig hergestellt. Wer also einen Ausgleich zum üppigen Osterfrühstück sucht, dem empfehle ich für die Osterwoche Löwenzahn-Smoothies. Als Kur sollte man den Löwenzahn höchstens 3 bis 5 Wochen anwenden. Der Körper gewöhnt sich sonst an die Bitterstoffe und wird desensibilisiert.

Im Moment steht der Löwenzahn in voller Blüte. Für Wilde Grüne Smoothies verwenden wir die jungen Blätter und die honigsüße Blüte (Blütenkopf mit den Fingern abzwicken). An dieser Stelle möchte ich gleich mit einem populären Irrtum aufräumen: die „Milch“ im Löwenzahnstängel ist nicht „giftig“. Vermutlich liegt die Wurzel dieser Anweisung, die wir alle kennen, in dem Drang besorgter Mütter, ihre Kinder davon abzuhalten, sich die Kleidung mit ewigen Flecken zu entwerten …

Löwenzahn wirkt aktivierend auf

  • Galle
  • Nieren
  • Leber
  • den Stoffwechsel

weshalb er speziell zum „Body-Shaping“ empfohlen wird.

Die Blätter des Löwenzahns sind von der Kommission E als Arzneipflanze anerkannt.

Wenn ihr jetzt im Frühjahr schnell fit werden wollt, empfehle ich euch täglich eine Hand voll Löwenzahn. Als Suppengrün, im Salat, im Wilden Grünen Smoothie. Guten Appetit!

Flower Power-Smoothie

Ahornblüten-Smoothie und Schlehenblüten-Smoothie schmecken besonders köstlich. Probiert es mal – es ist ganz einfach. Schon 5-10 Blüten in den Smoothie und einige zur Deko – fertig. Ahorn schmeckt süß, grün, baumig nach Nektar – Ahort enthält viel Saccharose, wer kennt nicht den leckeren Ahornsirup. Die Schlehe schmeckt überraschend raffiniert mit einem Hauch Bittermandel.

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Heute bin ich in Stuttgart auf der Slow-Food Messe „Markt des guten Geschmacks“. Hier blühen die Bäume und so hab ich mir von der nächsten Wiese und als Topping ein paar Blüten in meinen Frühstücks-Smoothie gezupft.

ZUTATEN:

  • 1 Handvoll gemischte Wiesenkräuter: junger Giersch, Löwenzahn, Zaunwicke, Spitzwegerich
  • 10 Schlehenblüten
  • 1 Bio-Banane, geschält
  • 1 Bio-Apfel mit Schale und Kernhaus,
  • 1/2 Zitrone, geschält
  • 0,1 Liter Wasser
  • 1 Handvoll Crushed Ice

Ergibt etwa 0,4 -0,5 Liter.

Wie immer alles in den Mixer: Zuerst die Eiswürfel, dann das weiche Obst, dann die Kräuter. Ca. 20 Sekunden mixen, noch ein paar Blüten darübersteuen – fertig! Welche  essbaren Wildpflanzen zur Zeit für deinen Smoothie wachsen findest du im Sammelkalender und in „Wilde Grüne Smoothies“ auf Seite 200. Also, hinaus ins Wilde Grün, genießt die Baumblüte!

 

„Frühlingsfit“ Spitzwegerich-Apfel-Smoothie

Spitzwegerich-Smoothie

Grün mit versteckten Champignon- und Waldaromen. Durch seine sinnliche Struktur wirkt er angenehm sättigend und gibt deinem Körper das befriedigende Gefühl, rundum gut versorgt zu sein. Dem verschnupften, womöglich von einem zähen Restwinterhusten Genießer sei dieser leckere Grüne Smoothie empfohlen. Der Spitzwegerich wirkt kleine Wunder, wenn es darum geht, die Bronchien wieder flott zu bekommen. Dazu muss man ihn keineswegs als pappigen Hustensaft löffeln, mann kann auch einfach 3-4 Blättchen in den Salat schneiden oder in die Suppe geben (selbst erhitzen ist kein Problem, es geht nicht um die Vitamine sondern um die Schleimstoffe) oder eben schnell einen leckeren Wilden Grünen Smoothie daraus mixen.

ZUTATEN:

• 1 Handvoll Spitzwegerich
• 1 Apfel (säuerlich)
• ½ Banane
• 3 (Innen-)Blätter vom Wirsing
• 1 Schälgurke (oder ½ Salatgurke)
• 0,1 Liter Wasser
• 1 Handvoll Crushed Ice

Ergibt etwa 0,5 Liter.

ZUBEREITUNG:
Spitzwegerich und Wirsingblätter waschen und grob in Stücke schneiden. Apfel waschen und vierteln, dabei Blüte und Stiel entfernen; Kerngehäuse mitverwenden. Banane schälen und grob zerteilen. Gurke waschen und ungeschält grob in Stücke schneiden. Wasser und Crushed Ice in den Mixer füllen. Gurke, Banane, Apfel und Wegerich dazugeben. Mixdauer ca. 30 bis 40 Sekunden im Hochleistungsmixer, für den Küchenmixer Kerngehäuse des Apfels entfernen und Zutaten vorschneiden. Zum Würzen mit Fleur de Sel (noch besser: mit Andensalz) abschmecken.

Guten Appetit!

Rezept aus: „Wilde Grüne Smoothies“. 50 Wildkräuter – 50 Rezepte. Hans Nietsch-Verlag. 3. Auflage 2014